Wir wollen eine digitale Daseinsvorsorge für die Zukunft in Lüdinghausen

Lüdinghausen – Ein Interview mit Niko Gernitz, dem Ortsvereinsvorsitzenden und Stadtverordneten der SPD über das öffentliche W-LAN an der Borg und die digitale Zukunft in Lüdinghausen.

Die WN hat in dieser Woche einen Beitrag von Werner Storksberger mit einer Bilanz der W-LAN Nutzung an der Borg gebracht. Das ist ein Projekt der Stadt, an dessen Einrichtung du ganz persönlich nicht ganz unerheblich beteiligt gewesen bist. Was fällt dir heute dazu ein?

Niko Gernitz: Schaut man die alten Artikel der Westfälischen Nachrichten einmal durch, so kann man lesen, wie skeptisch sich die Lüdinghauser Verwaltung gab, als die SPD vor über einem Jahr den Antrag auf freien Internetzugang am neu-geschaffenen Platz an der Borg stellte. Trotz der Bedenken der Verwaltung unter der Führung von Bürgermeister Borgmann (CDU), konnte unser Projekt aber dann durch eine breite Mehrheit im Rat zur Realisierung finden.

Das sich diese Initiative nun bezahlt macht, freut mich natürlich sehr! Denn die Verwaltung gab sich noch beim Aufstellen der Anlage skeptisch über die Akzeptanz und den Nutzen. Das war auch für die Stadt wohl das sprichwörtliche Neuland, nicht nur für die Kanzlerin.

Schon im Kommunalwahlkampf hast du dafür gestritten, das Angebot über die ganze Innenstadt auszuweiten. Schaut man in andere Städte, zum Beispiel nach Münster, dann ist das W-LAN inzwischen fast überall ein Thema. Frau Kraft, Herr Dobrint, die Kanzlerin – du bist da in guter Gesellschaft!

Niko Gernitz: Inzwischen empfiehlt sogar Herr Heitkamp von der Stadt Lüdinghausen, dass auch bei der Neugestaltung des Marktplatzes dort W-LAN installiert werden sollte. Laut dem Bericht der WN ist das Projekt an der Borg schließlich ein echter Erfolg: Es wählen sich dort rund 2000 Nutzer im Monat ein, bis zu 200 an nur einem Tag. Das zeigt den Bedarf an einer solchen kommunalen Infrastruktur. Ich glaube tatsächlich, dass in Zukunft die Netzwerkabdeckung, sowohl über Funk, als auch  über Glasfaserkabel, die gleiche Bedeutung hat, wie früher etwa die Straßenbeleuchtung oder Strom- & Wasserversorgung. Das gehört in der heutigen Zeit auch zur allgemeinen Daseinsvorsorge.

Im übrigen denke ich aber, dass Herr Dobrint gerade tatsächlich ganz andere Probleme, nicht nur bei der Bahn hat, denn auch wenn ich seine W-LAN Initiative begrüße, fällt mir zur Infrastruktur der Bahn eine Menge ein, das vorher zu lösen ist. Dafür muss man sich in Lüdinghausen, Dülmen oder Dortmund doch nur mal an den Bahnsteig stellen!

Das heißt: Auch in der Daseinsvorsorge gibt es für dich eine Reihenfolge der Prioritäten?

Niko Gernitz: Natürlich gibt es eine Reihenfolge! Und offensichtlich ist Lüdinghausen, so wie das Münsterland, heute in vielerlei Hinsicht noch recht gut aufgestellt, wird aber mit deutlich zu hinterfragenden Prioritäten kaum noch weiterentwickelt. Mit anderen Worten: Zuerst stagnieren wir, dann fallen wir zurück, während die Welt um uns herum eine andere wird.

In der Konkurrenzsituation zu anderen Städten, gerade auch hinsichtlich der besonderen Anziehungskraft der Oberzentren Münster oder Dortmund, kann Lüdinghausen nur dann gut bestehen, wenn es sich auch technisch auf der Höhe der Zeit bewegt und eine attraktive aber eben auch soziale Stadt für alle Menschen bleibt. Die Initiative der SPD für ein freies und kostenloses W-LAN in der gesamten Innenstadt steht eben genau dafür!


Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter im Rat der Stadt Lüdinghausen. Mehr über Niko Gernitz…
Das Interview wurde aufgezeichnet von Klaus Böttger

Link: Kostenloses W-LAN in der Borg: Etwa 2000 Nutzer im Monat – WN – 21.01.2015

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

2 thoughts on “Wir wollen eine digitale Daseinsvorsorge für die Zukunft in Lüdinghausen

  1. Respekt, Herr Gernitz!

    Desweiteren denke ich, dass Herr Dobrint mit dem Thema nur versucht, vom viel größeren Infrastrukturproblem der Bahn und seiner pathologischen Maut abzulenken.

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