Ulrich Hampel: Soziale Berufe müssen aufgewertet werden!

Schon als Jugendlicher habe ich freiwillige Sonntagsdienste im Krankenhaus übernommen und habe schnell gemerkt, dass ich in diesem Beruf wirklich aufgehe. Was habe ich mich gefreut, als ich dann einen Ausbildungsplatz als Pfleger bekommen habe! Um es kurz zu machen: Nach drei Monaten musste ich diese Ausbildung aus finanziellen Gründen abbrechen. Die Vergütung als Azubi war zu gering und meine Familie konnte mich nicht länger finanzieren.

Ein Beitrag von Ulrich Hampel

Ich weiß aus eigener Erfahrung heraus, was in diesen Berufen geleistet wird. Deshalb stimme ich mit Martin Schulz überein: Menschen, die in Gesundheits-, Pflege-, Erziehungs-, Sozial- und Bildungsberufen arbeiten, verdienen mehr Anerkennung. Wir als SPD wollen deshalb eine Beschäftigungspolitik, durch die soziale Dienstleistungen gestärkt werden. Die Träger, Dienste und Einrichtungen sind ebenso in der Verantwortung wie Bund, Länder und Kommunen. Denn die öffentliche Hand legt Rahmenbedingungen sowie finanzielle Ausstattung fest.

Anerkennung und Respekt vor der Lebensleistung dieser Berufsgruppen muss sich auch im Einkommen widerspiegeln – dass sage ich als Gewerkschafter und Sozialdemokrat ganz deutlich. Deshalb will die SPD die sozialen Berufe aufwerten. Künftig soll aus der vollschulischen Ausbildung eine echte duale Ausbildung werden. Dadurch machen wir sie nicht nur gebührenfrei, sondern schaffen zudem eine Ausbildungsvergütung. Denn es darf nicht sein, dass man zur Ausbildung auch noch Geld mitbringen muss. Dies ist auch ein Anreiz, der dazu führen wird, dass auch mehr Männer diese Berufe verstärkt ergreifen.

Für die Gesundheitsfachberufe schaffen wir einen bundeseinheitlichen Rahmen. Um der Zersplitterung der arbeitsrechtlichen Vereinbarungen und der Tarifabschlüsse zu begegnen, ist ein allgemeinverbindlicher Branchentarifvertrag Soziales notwendig.

Wir setzen uns des Weiteren für mehr Pflegepersonal in Krankenhäusern ein. Deshalb wollen wir verbindliche Personalstandards umsetzen. Der Pflegeberuf muss gerecht bezahlt, flexibler wahrnehmbar und mit mehr Aufstiegschancen versehen werden.

Wir brauchen ebenfalls bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und einen leichteren Zugang zu Ausbildung und Studium. Das Pflegeberufegesetz ist dazu ein wichtiger Beitrag. Eines ist klar: Eine gute und sichere Versorgung für Patientinnen und Patienten gibt es nur mit ausreichend Personal. Deshalb werden wir als SPD ein Sofortprogramm für mehr Personal in der Altenpflege umsetzen, um kurzfristig Entlastung für die Beschäftigten zu schaffen.

So schaffen wir das:

    Echte duale Ausbildung in den sozialen Berufen
    Gebührenfreie Ausbildung mit einer Ausbildungsvergütung
    Bundeseinheitlicher Rahmen für Gesundheitsfachberufe
    Allgemeinverbindlicher Branchentarifvertrag Soziales
    Umsetzung verbindlicher Personalstandards
    Flexibilität und Aufstiegschancen in der Ausübung des Pflegeberufes schaffen
    Sofortprogramm für mehr Personal in der Altenpflege

Bild: Ulrich Hampel | Alle Rechte vorbehalten |

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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