Ullis Position: Gute Bildung von Anfang an

Wir als Eltern wissen: Beste Bildung beginnt nicht erst in der Schule. Deshalb wollen wir als SPD für ein ausreichendes Angebot an Krippen, Kitas, Kindertagespflege, Horten und Ganztagsschulen sorgen.

Unser Ziel ist, in den kommenden vier Jahren mindestens 300.000 zusätzliche Kitaplätze und mehr als 500.000 Ganztagsschulplätze zu schaffen.

Als Sohn einer Bergarbeiterfamilie habe ich selbst das sozialdemokratische Versprechen „gesellschaftliche Teilhabe und beruflichen Erfolg durch Bildung“ selbst erlebt und gelebt. Für mich steht fest: Bildung ist der Schlüssel zum Glück! Deshalb darf nicht der Geldbeutel der Eltern über die Zukunftschancen der Kinder entscheiden.

Ein wichtiger Baustein zu dieser „Chancengerechtigkeit“ ist die gebührenfreie Bildung, beginnend bei der Kita. Wir werden daher die Kita-Gebühren schrittweise abschaffen und damit Familien mit Kindern weiter entlasten. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Geschenk für gutverdienende Familien.

Ein Rechenbeispiel dazu: Eine Familie mit einem geringen Einkommen von 24.000 Euro brutto (monatliches Nettogehalt von etwa 1.200 Euro) zahlt einen Kindergartenbeitrag in Höhe von 56 Euro bei einer Betreuungszeit von 35 Stunden. Hinzu kommt noch das Mittagessen in der Einrichtung, das etwa 50 Euro im Monat kostet. Auch für eine Familie mit einem Bruttoeinkommen zwischen 61.000 und 72.000 Euro belaufen sich die Kita-Gebühren für 35 Stunden auf jährlich 2.340 Euro. Mit 35 Stunden Betreuungszeit lässt sich noch keiner Vollzeitarbeit nachgehen. Werden 45 Stunden Betreuungszeit benötigt, steigen die jährlichen Kosten für die Kita schon auf 3.593 Euro.

Wir werden einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kita- und Grundschulkindern einführen – mit finanzieller Beteiligung des Bundes. Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf darf nicht an der Frage der Betreuung der Kinder scheitern. Hierzu werden wir die bedarfsgerechten Betreuungsangebote verbessern und die Zeiten für Betreuung anpassen. Es gibt viele Elternpaare die im Schichtdienst arbeiten (Krankenschwester, Rettungsassistent, Polizei usw.) und da muss eine entsprechende Betreuung dann auch gewährleistet sein.

Darüber hinaus schaffen wir mit einem bundesweiten Gesetz eine Qualitätssteigerung von Kitas. Denn wir brauchen besser ausgestattete Kitas und eine gesunde Ernährung dort. Mit zusätzlichen Erzieherinnen und Erziehern können die Kinder in den Gruppen besser betreut werden. Dazu werden wir den Beruf aufwerten und die Ausbildung verbessern. Hinzu unterstützen wir eine Fachkräfteoffensive. Zusätzlich wollen wir die Kindertagespflege weiter professionalisieren und aufwerten.

So schaffen wir das:

  • 300.000 zusätzliche Kita-Plätze
  • 500.000 zusätzliche Ganztagsschulplätze
  • Abschaffung der Kita-Gebühren
  • Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kita- und Grundschulkindern
  • Bundesweites Gesetz zur Qualitätssteigerung von Kitas
  • Zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher und gute Bezahlung sowie Anerkennung für ihre Arbeit

Bild: Ulrich Hampel | Alle Rechte vorbehalten |

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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