Straßensanierung im Baugebiet Rott-Nord – Die Anlieger sind zu Recht unzufrieden

Lüdinghausen – Das Ergebnis der Straßensanierung im Baugebiet Rott-Nord ist nach Fertigstellung der ersten beiden Bauabschnitte in der Nelly-Sachs- und Käthe-Kollwitz-Straße wirklich sehr ernüchternd. Bei den Beratungen zu dieser Problematik in verschiedenen Bauausschusssitzungen waren sich alle Fraktionen einig, dass trotz einer Sanierung in Asphaltbauweise „eine größtmögliche optische Angleichung an die bestehende Straßengestaltung erreicht“ werden soll.

Folgerichtig hat die Verwaltung zusammen mit dem Sachverständigen Günter Dieker und dem Ing.-Büro Gnegel im Bauausschuss am 11. Dezember 2014 eine Planung vorgestellt, die dem insoweit Rechnung trägt, dass zum Beispiel die mittige Entwässerungsrinne – wie im gesamten Baugebiet- als 4-teilige Betonsteinrinne hergestellt wird.

Einige Anwohner haben an der Sitzung teilgenommen und waren sehr erstaunt und tlw. verärgert, dass von dieser einstimmig beschlossenen Planung tatsächlich abgewichen wurde.

Der optische Eindruck der sanierten Verkehrsflächen ist gänzlich anders als im übrigen Baugebiet, das Ziel der weitgehenden Angleichung wurde leider nicht erreicht. Viele Anlieger sind zu Recht unzufrieden.

Erstaunlich ist, dass der Sachverständige Dieker jetzt ausführt, dass die realisierte Variante einer asphaltierten Rinne besser sei als die ursprünglich geplante. Warum hat er dies dann nicht bereits in der Ausschusssitzung im Dezember 2014 vorgeschlagen dann hätte darüber politisch beraten und entschieden werden können.

Auch die Aussage, dass technisch alles gut sei verwundert einigermaßen, bilden sich doch nach Regenereignissen bereits jetzt Pfützen in den Entwässerungsrinnen. Bei Frost führt dies zu gefährlichen Situationen besonders für Radfahrer.

Ich hätte mir von Seiten der Beteiligten -gerade aufgrund der besonderen Vorgeschichte im Rott-Nord- mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Es wäre aus meiner Sicht sinnvoll und zielführend gewesen wenn hier vorab Musterflächen mit verschiedenen Varianten angelegt worden wären, um die passenden Gestaltungsmöglichkeiten und deren optischen Wirkung anforderungsgerecht festzulegen – gemeinsam mit den betroffenen Anwohnern.

So sieht es im Übrigen das Regelwerk der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen „Empfehlungen für den Bau von Asphaltschichten aus Gussasphalt“ auch vor. Diese Chance ist leider ungenutzt geblieben und es bleibt als Ergebnis unzufriedene und frustrierte Anwohner.

Wie geht es weiter?

Auch wenn die sanierten Straßen jetzt nicht voll den Wünschen der Anwohner entsprechen und die politisch vorgegebenen Ziele nicht erreicht wurden, sollte aus Gründen der Verhältnismäßigkeit nicht die jetzt fertig gestellte Rinne oder gar die gesamte Fahrbahn komplett wieder entfernt und in der ursprünglich beschlossenen Form neu hergestellt werden. Das ist eine sehr teure Lösung und das Geld kann an anderer Stelle sinnvoller ausgegeben werden!

Die vorhandenen Mängel sind natürlich so zu beheben, dass das Niederschlagswasser ordentlich abläuft und sich in den Rinnen keine Pfützen mehr bilden.

Die Rinne ist optisch nachzubessern, hier steht der Vorschlag einer Beschichtung mit Epoxidharz/Quarzsand im Raum.

Aber auch hier gilt: Erst eine Musterfläche anlegen, das Votum der Anlieger abwarten und dann bauen.

Dem Bürgermeister und Verwaltung muss deutlich gemacht werden, dass politische Beschlüsse 1:1 umzusetzen sind. Derart eigenmächtiges Handeln wie in diesem Fall kann zukünftig nicht mehr hingenommen werden!

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