SPD möchte Neuanlauf beim Schülerhaushalt

Lüdinghausen – Nachdem vor drei Jahren der Schülerhaushalt an der Städtischen Hauptschule angelaufen ist, wurde er an den anderen weiterführenden Schulen der Stadt ebenfalls erfolgreich durchgeführt. Dennoch fand das Projekt im Rahmen der letzten Haushaltsberatungen keine Mehrheit. Nun wagt die SPD mit einem frischen Konzept einen erneuten Anlauf.

Im Rahmen des Schülerhaushalts erhielt damals jede weiterführende Schule 5000 Euro. Dieses Mal durften die Schülerinnen und Schüler demokratisch entscheiden, wo sie dieses Geld einsetzen möchten. An der Realschule wurde damit etwa ein Wlan-Netzwerk aufgebaut. Der aktuelle Antrag der SPD sieht aber auch vor, soziale und demokratische Strukturen in der Schülerschaft zu fördern und dem Wandel in der Lüdinghauser Schullandschaft gerecht zu werden.

Das Feedback der Schulen war durchaus positiv. Im Evaluationsbericht der letzten Durchführung stand, dass „Schüler/innen sich motiviert und kreativ beteiligt sowie den Schülerhaushalt als gelungene Aktion empfunden [haben], die von allen ernst genommen wurde. Zudem trug der Schülerhaushalt zu einer Verbesserung des Demokratieerlebnisses bei.“

Die Verwaltung mahnte den Aufwand an, der an einigen Stellen, z.B. bei schulweiten Abstimmungen, entstand. Die SPD möchte aber ohnehin die Bedeutung der Ämterübernahme an Schulen stärken. „Als Schüler- oder Klassensprecher soll man mehr entscheiden dürfen, um dieses Schüler-Ehrenamt in seiner Bedeutung zu fördern“, macht Susanne Havermeier für die SPD-Fraktion deutlich. Nach dem SPD-Antrag würde über einen Haushalt daher in dem Schülerrat abgestimmt werden, der laut Schulordnung und SV-Erlass ohnehin besteht. So ergibt sich automatisch auch der prüfende Blick der Schulleitung, ob das Geld für schulische Zwecke eingesetzt wird.

Damit das Geld nicht nur für Konsumgüter und Mobiliar verwendet wird, möchte die SPD auch Informationen über weitere Verwendungszwecke an die Schulen weiterleiten. Der SPD-Vorsitzende Niko Gernitz ergänzt dazu: „Wir finden, dass ein Schülerhaushalt nicht nur Einzelprojekte fördern sollte, sondern auch regelmäßige, soziale Verastaltungen wie SV-Fahrten, Schulauftritte oder Arbeitsgemeinschaften; so lange dafür ein demokratischer Beschluss vorliegt und es schulischen Zwecken dient.“ Dazu müsse der Schülerhaushalt allerdings eine regelmäßige Institution und nicht als Stückwerk für Investitionen in Schulbedarf erkannt werden.

Um der veränderten Schulsituation in Lüdinghausen gerecht zu werden, soll der Schülerhaushalt nach Schülerzahlen gestaffelt werden: Schulen mit über 500 Schüler/innen sollen 5,000 EUR erhalten, kleinere Schulen 3,500 EUR.

Letztlich käme es aber vor allem darauf an, in diesen Zeiten in der Schule Demokratie wieder erlebbar und schätzenswert zu gestalten, um Politikverdorssenheit und der teilweisen Trägheit im Ehrenamt zu begegnen.

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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