Sommerkonferenz der SPD – Die Rede von Niko Gernitz (Vorsitzender des Ortsvereins Lüdinghausen)

Lüdinghausen – Niko Gernitz, Vorsitzender des Ortsvereins und Gastgeber der Sommerkonferenz am Sonntag hat uns ebenfalls sein Redemanuskript zur Verfügung gestellt. Seine Gedanken, die große Politik mit dem kleinen (bescheidenen) Lüdinghausen zu verbinden, bieten nicht nur einen Rückblick sondern auch einen Ausblick in die Zukunft einer Politik von und mit Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in unserer Stadt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.



Heute versammeln sich Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik in einem bescheidenen Ausschusszimmer, in unserem bescheidenen Lüdinghausen. Ich möchte feststellen, welche Besonderheit das für unseren Ortsverein darstellt und bedanke mich sehr dafür, dass unsere Gäste heute in unsere bescheidene Mitte gefunden haben.

Hier geht es heute um Politik. Ich stehe hier als Vertreter der Kommunalpolitik. Und man kann meinen, dass Kommunalpolitik neben den großen Themen ziemlich matt wirkt. Diese Wahrnehmung unterstreicht wohl auch der Vergleich der Wahlbeteiligungen bei Bundes-, Landtags- und Kommunalwahlen. Aber dennoch machen meine Mitstreiter und ich sehr gerne Politik. Hier in Lüdinghausen, für die Menschen, die man kennt.

Herbert Wehner sagte einmal: „Politik ist die Kunst, das Notwendige möglich zu machen.“ Also was ist denn notwendig?

Es ist für Lüdinghausen notwendig, dass wir endlich Schul- und Vereinsschwimmen in unserer Stadt sicherstellen; mit einem Hallenbad, das eine Zukunft hat und keine Lecks, veraltete Technik und ein marodes Fundament.

Schon im August 2015 haben wir den Antrag gestellt, das Hallenbad durch einen Neubau zu ersetzen. Wer sich damals nicht entscheiden konnte, war die Bürgermeistermehrheit, die sich nun nach der Wahl die „gestalterische Mehrheit“ nennt. Gestalterisch stelle ich mir zumindest den theoretischen Schwimmunterricht vor, mit eleganten Trockenübungen auf dem Lehrerpult. Aber das Hallenbad ist eine alte Kamelle.

Deshalb spielen wir doch lieber etwas Zukunftsmusik. Reden wir über das Kino in Lüdinghausen.

Ich sage noch einmal: Die SPD in Lüdinghausen ist für ein Kino in unserer Stadt. Dazu müssen wir keinen potentiellen Kinobetreiber in Hamburg besuchen, sondern nur mit den Menschen vor Ort reden. Diese Menschen möchten ein Kino, aber ein Kino mit Garantie, das nicht nach wenigen Jahren wieder die Vorhänge schließt. Diese Menschen möchten eine attraktive Innenstadt, die nicht durch weitere Konkurrenz in einer neuen Stadtmitte zugrunde geht. Wir reden mit den Menschen, wir binden sie ein!

Das haben wir in den letzten Jahren durch zahlreiche Initiativen und Anträge bewiesen. Leider findet sich für Transparenz nur selten eine Mehrheit. Aber da arbeiten wir dran.

Lüdinghausen braucht ein gutes Bildungs- und Kulturangebot. Dazu gehört eine aufgewertete Bücherei am bestehenden Standort. Dazu gehören ausreichend Kita-Plätze. Dazu gehört Lüdinghausen als Ort der Veranstaltungen; vom Stadtfest über Konzerte bis hin zum Grasbahnrennen. Dazu gehören ausreichend Hallenkapazitäten für Schul- und Vereinssport.

Dazu gehört eine Sekundarschule, die wir als Zwischenschritt verstehen und die gut gestartet ist. Wir danken den engagierten Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Unterstützern, sowie den vielen Kindern, die sich für das kommende Schuljahr wieder angemeldet haben.

Wir sagen aber auch: Die SPD hält die Türen für eine Gesamtschule in Lüdinghausen offen. Die SPD denkt auch an gute und langfristige Grundschulstandorte. Die SPD denkt auch an die auslaufenden Schulen, die wir nicht vergessen.

Kommen wir zu mir persönlich: Man mag mir vorwerfen, dass ich öfter Lackschuhe trage, als Gummistiefel, aber ich habe auch eine saubere Natur und Umwelt lieber, als eine Stever, die nicht der Natur- und Naherholungsraum ist, der er sein könnte. Wir müssen daher unser Wahrzeichen pflegen und hegen. Der Fischereiverein leistet hier sehr gute Arbeit, aber er kann es auch nicht allein.

Der Politik muss stetig in Erinnerung gerufen werden, dem Markenzeichen „Steverstadt“ auch gerecht zu werden! Das gleiche gilt für die Quellen und Siepen in Seppenrade, die Wolfsschlucht und unsere Rolle als Vermitter zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz.

Lüdinghausen schafft das alles nicht allein: Für viele Projekte brauchen wir die Unterstützung vom Land Nordrhein-Westfalen und vom Bund!

Unser Bürgermeister gefällt sich in der Rolle des Klägers gegen die Landesregierung, die Lüdinghausen nicht ausreichend Geld zugestehe. Ohne die Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen und der rot-grünen Landesregierung gebe es in Lüdinghausen aber mal ganz sicher keine neue Stadtlandschaft zwischen den Burgen, keinen neuen Marktplatz und erst recht auch keine Leistungssporthalle.

Wir sehen: Plötzlich wirkt Lüdinghausen schon gar nicht mehr so bescheiden. Es geht voran und die SPD arbeitet mit daran: Konstruktiv und produktiv.

Wir brauchen aber auch den Bund, der uns gemeinsam mit dem Land in der Beherbergung und Integration der geflüchteten Menschen unterstützt. Es sind schon viele Mittel geflossen und in Lüdinghausen haben wir nicht den kleinsten Grund von einer Krise zu reden!

Wir müssen viel mehr den engagierten Helfern der Arbeitsgemeinschaft Gerechtigkeit und Frieden danken, dass wir hier von einer Bereicherung sprechen dürfen. Es ist in dieser Zeit notwendig das Miteinander zu suchen, statt das Spaltende zu betonen. Denn jeder Mensch ist wertvoll!

Einem CDU-Ausschussmitglied reichte es neulich, wenn 90% den Weg über eine Brücke schafften. Die SPD in Lüdinghausen möchte aber Brücken bauen, die alle Menschen erreichen.

Das ist die Kunst sozialdemokratischer Politik, die das Notwendige möglich macht.

 

Bild: Klaus Böttger | SPD Lüdinghausen | Lizenz: CC BY 4.0 - |

Über NetzWerkStadt

Hier schreibt die Redaktion des Netzwerk-LH. Dieses ist ein gemeinsames Profil unserer Redakteure, genutzt für Beiträge, die wir von Quellen übernehmen, die nicht auf dem Netzwerk Mitglied sind, oder für Beiträge anderer allgemeiner Art.

Kommentar verfassen