Solidarität mit den Bergleuten von Soma

Soma / Münster – Gemeinsam mit dem Münsteraner SPD-Ratskandidaten im Wahlkreis Herz-Jesu, Mustafa Schat, äußert sich Andrea Arcais, Europakandidat der SPD im Münsterland, zum Grubenunglück im türkischen Soma: „Das Ausmaß der Explosion mit nach jüngsten Angaben mehr als 280 Toten macht uns betroffen. Den Angehörigen wollen wir unsere Anteilnahme aussprechen.“

Arcais und Schat zeigten sich jedoch auch erschüttert von der Reaktion der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan auf den Vorfall: „Erdogan spielt das Unglück herunter, indem er auf Vorfälle aus dem letzten Jahrhundert verweist und sagt, dass so etwas eben passiere“, kritisiert Arcais. „Die Türkei“, so Arcais weiter, „zählt im Bereich des Kohleabbaus zu den Ländern mit den meisten tödlichen Arbeitsunfällen. Gerade in der Unglücksgrube gab es in der Vergangenheit mehrfach Zwischenfälle.“

„Trotzdem“, ergänzt Schat, „hat es die Regierungsmehrheit im Parlament vor gerade einmal zwei Monaten abgelehnt, eine von der sozialdemokratischen Opposition geforderte Untersuchung dazu einzusetzen.“ Die Regierung nehme die Folgen von durch Privatisierungen und Profitmaximierung ausgehebeltem Arbeitsschutz und dürftigen Sicherheitsvorkehrungen daher bewusst in Kauf, wie der für die Handwerkskammer Münster tätige Wirtschaftsingenieur weiter ausführt.

Die größte türkische Gewerkschaft Türk-Is hat jetzt landesweit zu Streiks und Protesten aufgerufen. „Die Reaktion der Regierung auf diese Proteste zeigt wiederum, warum sie so berechtigt sind“, unterstreicht Europakandidat Arcais. So sind in Ankara mit Verweis auf die verordnete Staatstrauer Studierende mit Tränengas und Wasserwerfern von Polizeikräften bedrängt worden. „Letztendlich werden die Gleichgültigkeit der Regierung und die Wasserwerfer die eigenen Fehler aber nicht verdrängen können“, so Schat.

Via: arcais.de


Übersetzung der Grafik: „Wir trauern um die verunglückten Bergleute in Soma.
Unsere Gedanken sind bei ihren Familien und dem türkischen Volk.“

  • soma: SPD Lüdinghausen | CC BY 4.0

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One thought on “Solidarität mit den Bergleuten von Soma

  1. Darf man – im Namen der Partei – mitten im Wahlkampf Anteil nehmen und solidarisch sein? Ich finde, man darf nicht nur, man muss!

    Ich selbst war 6 Jahre unter Tage. Wie mein Bruder, mein Vater und mein Großvater und viele meiner Genossen. Und wenn man unter Tage etwas lernt, dann ist es SOLIDARITÄT. Da muss man sich auf seine Kumpel verlassen können, da schafft man nichts alleine.

    Ich hoffe zutiefst, dass den Zechenbetreibern in Soma wie auch der türkischen Regierung die richtigen Fragen gestellt werden. Jemand trägt die Verantwortung, für das, wofür die türkischen Kumpel mit ihrem Leben bezahlt haben…

    Glückauf!
    Klaus

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