PKW-Öffnung zwischen Rott und Höckenkamp

Der Bauausschuss beschloss in seiner letzten Sitzung die Öffnung der Durchfahrt zwischen den Baugebieten Höckenkamp-Süd und dem „altem“ Rott für PKW. Ein Ausschuss-Bericht des Stadtverordneten Dirk Havermeier.

Mit jedem neuen Baugebiet ist immer auch eine deutliche Zunahme des Kfz-Verkehrs verbunden, so auch beim Baugebiet Höckenkamp-Süd.

Wie das Ing.-Büro NTS im September 2015 im Fachausschuss eindrucksvoll nachgewiesen hat wird der PKW-Verkehr auf den Haupterschließungsstraßen Stadtfeldstraße und Baumschulenweg um bis zu 40% zunehmen. Einige Anlieger des Baumschulenweges haben aufgrund der deutlichen Zunahme des Kfz-Verkehrs bei einigen Ortsterminen mit Vertretern der SPD-Fraktion u.a. die Öffnung der Verbindung zwischen den beiden Baugebieten „altes“ Rott und Höckenkamp für den Kfz-Verkehr angeregt.

Als die Bebauungspläne Höckenkamp-Süd und –Nord im Rat und Fachausschuss beschlossen wurde, war grundsätzlich immer klar, dass die Verbindung zur Brucknerstraße für den Kfz-Verkehr als erforderlich angesehen wird, um die Verkehrsströme zu verteilen und das Baugebiet an mehrere Erschließungsstraßen anzubinden. Ziel soll dabei sein, die aus dem Kfz-Verkehr resultierenden Belastungen (Lärm, Staub, Abgase, etc.) zu verteilen und nicht auf einige wenige Anwohner zu konzentrieren. Das wird in Lüdinghausen (aber auch in anderen Städten und Gemeinden) so seit langem sinnvoll so praktiziert.

 

Der Rat hatte am 19. März 2013 beschlossen während der Bauarbeiten im Höckenkamp-Süd, die genannte Verbindung für den Baustellenverkehr zu sperren. Nachdem der Hochbau inzwischen abgeschlossen ist kann nach Auffassung der SPD-Fraktion die Sperrung jetzt aufgehoben werden. Ein entsprechender Fraktionsantrag wurde bereits am 17.01.2016 an den Bauausschuss gestellt.

Einige Anwohner des „alten“ Rott äußerten ihre berechtigten Sorgen wegen der zunehmenden verkehrlichen Belastung. Diese Bedenken haben wir sehr ernst genommen und in unserem Antrag lediglich eine lichte Durchfahrtsbreite von 2,25 m gefordert. Damit wird sichergestellt, dass LKW`s diese Durchfahrt nicht passieren können. Herr Wannigmann, UWG hat darüber hinaus noch angeregt, dass es auch eine Höhenbegrenzung geben soll um sicherzustellen, dass lediglich PKW hier durchfahren können.

Sollte sich herausstellen, dass wider Erwarten doch Baustellenfahrzeuge illegal diese Durchfahrt nutzen, wird ggf. über die Wiederherstellung der Sperrung für den Kfz-Verkehr neu zu entscheiden sein.

Jedoch ist dies nicht zu erwarten, stellt doch die Verwaltung dazu Folgendes fest:
„Das Neubaugebiet (Höckenkamp-Süd) ist an den „Baumschulenweg“ als Hauptverkehrsstraße angebunden, zu dem sich voraussichtlich die überwiegende Mehrheit der Verkehrsteilnehmer orientieren wird.

Die Verknüpfung mit der „Brucknerstraße“ wird in ihrer Verkehrserheblichkeit als untergeordnet, aber dennoch notwendig eingeschätzt. Um per Pkw in die Innenstadt zu gelangen ist die Strecke über „Baumschulenweg“ / „Ascheberger Straße“ mit 1,2km bis zum Mühlenpoat-Kreisel nur 200m länger als der Weg durch das verflochtene und geschwindigkeitshemmende Straßensystem des Wohngebietes Rott.

Hier müsste man etliche Schwellen, Baumtore, Einengungen passieren und mehrere Male abbiegen. Insofern werden durch das Neubaugebiet keine wesentlichen Verkehrszunahmen auf dem südlich angrenzenden Straßennetz des Wohngebietes „Rott“ erwartet.“

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Gegen den Widerstand der CDU-Fraktion haben sich am 20.09.2017 alle Fraktionen der SPD-Meinung angeschlossen und für die Öffnung der Verbindung gestimmt.

Da die Situation auf dem Baumschulenweg -insbesondere für Fußgänger und Radfahrer- trotz der beschlossenen Öffnung der Verbindung ausgesprochen unbefriedigend ist, hat die SPD-Fraktion hier weitere Verbesserungen gefordert:
• Aufstellen von Betonkegeln zur Verkehrsberuhigung,
• Aufstellen zusätzlicher Straßenleuchten,
• Anlegen eines Schutzstreifens für Radfahrer,
• Tempo-30 Piktogramme auf der Fahrbahn.

Leider ist davon fast nichts umgesetzt worden und damit wird mal wieder deutlich, dass wir in Lüdinghausen -aber auch der Kreis Coesfeld als Straßenverkehrsbehörde- hauptsächlich den Kfz-Verkehr im Fokus haben, zu Lasten unserer schwächsten Verkehrsteilnehmer.

Bild: Dirk Havermeier | Alle Rechte vorbehalten |

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