Niko Gernitz: Wir brauchen einen Sommer der Zuversicht – nicht der Angst!

Lüdinghausen – Die schrecklichen Taten in Nizza, Würzburg, München und Ansbach erschütterten unsere Freiheit, aber auch unser Miteinander. Gewinner dürfen nicht die sein, die Ängste schüren wollen, sondern der Gewinner muss die Zuversicht sein, dass die Werte unserer Gesellschaft den Hass besiegen werden!

Die Horrorszenarien, die man sich nach den ersten Anschlägen in anderen europäischen Ländern ausmalte, sind nun in Deutschland angekommen. Auch im Lüdinghauser Stadtgespräch waren sich viele Bürgerinnen und Bürger einig, dass wir nicht verschobt bleiben.

Doch was bleibt nach diesen fürchterlichen Taten? Zunächst beginnen viele Menschen mit der Frage nach dem Täter, dabei sollten zuerst die Opfer im Mittelpunkt stehen: Die Familien und Freunde, die einen geliebten Menschen verloren haben. Jeder Mensch ist wertvoll und kein Mensch darf durch egoistische Motive oder Ideologie anderer das Leben verlieren!

Deutschland ist ein Land, in dem die Freiheit und die Würde eines jeden Menschen festgeschrieben ist. Daher kann nach diesen Taten nicht die Antwort sein, unsere Freiheit zu opfern, um sie uns nicht von anderen nehmen zu lassen. Wenn nun Politiker nach neuen Maßnahmen rufen, würden sie zugleich nicht behaupten, vorher alles falsch gemacht zu haben?

Zudem ist vehement zu verurteilen, dass rechte Parteien nach diesen Katastrophen behaupten, dass es so weit nicht gekommen wäre, wären sie nur vorher schon gewählt worden. Als würde eine hohe Mauer um Deutschland die Probleme lösen.

Nichts anderes passiert in den Bürgerkriegsländern. Anstatt die Probleme dort zu lösen und den Mittelmeerländern schon vor fünf Jahren bei der Bewältigung des Flüchtlingsstrom zu helfen, haben wir weggeschaut. Unser eigener, damaliger Egoismus verlangt uns daher heute besondere Selbstlosigkeit ab.

Wir dürfen nicht übersehen: Der Hass lässt unsere Gesellschaft aus den Fugen geraten. Sei es der islamistische Fanatismus oder der mutmaßlich rechts-motivierte Amoklauf von München. Man kann Hass nicht mit Hass besiegen. Egoismus darf keinen neuen Egoismus rechtfertigen.

Daher gilt für die Sozialdemokratie in Deutschland: Ein geteiltes Land zu vereinen, trennendes zu überwinden und Gemeinschaft zu betonen!

Kommunalpolitisch bedeutet dieses, nicht nur eine nachhaltige Integrationspolitik zu fördern, sondern auch besonders jene zu unterstützen, die sich ehrenamtlich dafür einsetzen, soziale Spannungen durch Angebote bei Bildung, Wohnen und Freizeit abzufangen und ein Lüdinghausen und Seppenrade zu schaffen, welches ALLE Menschen willkommen heißt! Nicht nur die, die neu zu uns kommen, sondern auch jene, die schon lange unter uns leben.

Ich will diesen Sommer der Zuversicht!

Bild: SPD Lüdinghausen | Lizenz: CC BY 4.0 |

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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