Marktplatz 260.000 EUR über Budget – Brunnen und Stufe statt Barrierefreiheit

Lüdinghausen – Gestern hat der Rat der Stadt Lüdinghausen darüber abgestimmt, ob der Marktplatz in die Ausführungsplanung übergeben werden soll. So standen auch Punkte zur Abstimmung, die im Vorfeld stark diskutiert wurden. Dazu gehören die Stufenanlage, der Dreiburgenbrunnen und die Pflasterung des Platzes.

Für die SPD stand fest: Die Stufenanlage gewährleistet keine Wegbarkeit für mobil eingeschränkte Personen und ist ein Gefahrenpunkt an jener frequentierten Stelle zwischen Sparkasse, dm und Parfümerie Pieper. Der Antrag vom Bau dieser Anlage abzusehen, wurde von CDU, FDP und Teilen der UWG aber überstimmt. „Die Stufe kommt“, stellte ein Zuhörer kopfschüttelnd fest.

Gerade in der Diskussion über den Dreiburgenbrunnen rückte die Kostenfrage in den Mittelpunkt. Ein zweiter Brunnen neben dem bekannten Marktbrunnen sei verzichtbar, stellte der SPD Fraktionsvorsitzende Michael Spiekermann-Blankertz fest, genauso wie die Kosten in Höhe von 70.000 Euro. Gerade dann, wenn der Verwaltungsvorschlag für den Marktplatzbau ohnehin 260.000 Euro über dem angesetzten Plan liegt.

Dieses Geld muss an anderer Stelle im Regionale Projekt eingespart werden. Da rückt die Hoffnung, dass bei dem Anlegen der gesamten Stadtlandschaft noch eingespart werden kann, in weite Ferne. Die Verwaltung konnte nicht klar sagen, woher dieses Geld nun kommen soll. Die Kostenfrage stellten sich auch Bürgermeister, CDU und FDP nicht: Mit ihren Stimmen wurde auch der Brunnen durchgewunken.

Nachdem bereits große Posten beschlossen wurden, mahnte die SPD-Fraktion an, Einsparpotentiale bei der Pflasterung gegenüber dem Bauausschuss auszuweisen und zu nutzen. Verbunden mit dem Grundsatzbeschluss den Marktplatz weiter auf den Weg zur Fertigstellung zu bringen, fand dieser SPD-Antrag eine breite Mehrheit.

Dabei ging es den Lüdinghauser Sozialdemokraten nie darum, die Planungen „kaputt zu sparen“, sondern Elemente in Sachen der Barrierefreiheit und Verzichtbarkeit für Kosteneinsparungen konstruktiv zu hinterfragen.

Zusammengefasst: Barrierefreiheit fraglich, ein teurer Brunnen wird gebaut, über das Pflaster wird noch einmal gesprochen.

Der neue Marktplatz kommt.


Niko Gernitz ist Vorsitzender des Ortsvereins und Stadtverordneter der SPD. Er ist für die SPD-Fraktion Mitglied im Ausschuss für Bau, Verkehr, Bauerschaften und Umwelt des Rates der Stadt Lüdinghausen.

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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