Lüdinghausen braucht mehr bezahlbare Wohnungen

„Der Wohnungsmarkt ist abgegrast“, so benannte es der Beigeordnete der Stadt Lüdinghausen Matthias Kortendieck in der letzten Sozialausschusssitzung. Dabei pocht die SPD schon seit langem auf die Ausweisung von mehr Grundstücken für Wohnungsbau, vor allem Wohneinheiten mit sozialen und bezahlbaren Mieten.


Ein Kommentar von Niko Gernitz

Lüdinghausen ist eine wachsende Stadt und eine junge Stadt. Dies wurde im letzten Ausschuss für Soziales und Familienförderung deutlich. Immer mehr junge Familien zieht es nach Lüdinghausen und strapazieren nicht nur das Platzangebot in den Kindertagesstätten. Sie drängen auch auf den Wohnungsmarkt der Steverstadt, die damit Lebensmittelpunkt von immer mehr Menschen wird. Eine erfreuliche Entwicklung!

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger suchen bezahlbare Wohnungen
Die jungen Familien kommen aber dieser Tage nicht mehr nur aus der Region Westfalen und dem Ruhrgebiet, sondern kommen aus der ganzen Welt. Menschen, die in Übergangswohneinheiten untergebracht waren, da sie Bezieher von Asylleistungen waren, gehen nach deren Anerkennung in den Arbeitslosengeldbezug oder eine reguläre Beschäftigung über. Diese sind nach der neuen Gesetzeslage zu einer Residenzpflicht aufgerufen, so dass sie 3 Jahre in dem Ort ihrer Anmeldung wohnen bleiben müssen. Auch sie drängen nach der Anerkennung des Asylstatusses auf den Wohnungsmarkt. Neben den Zuzügen ein Faktor, weshalb Lüdinghausen langfristig mehr sozialen Wohnungsbau braucht.

Wohnraum für alle: Chancen nicht genutzt!
Die konservativen Mehrheiten in der Lüdinghauser Stadtpolitik haben in der Vergangenheit den Ausbau bezahlbaren Wohnraums nicht genügend forciert. Vor einigen Jahren ist sogar vor einer solchen Entwicklung gewarnt worden. In Anbetracht der momentanen Notlage wird man jedoch tätig und muss reagieren. Vorausschauende Entwicklung sieht zwar anders aus, doch die neuerlichen Ideen gehen in die richtige Richtung. Für die nächste Planausschusssitzung ist geplant, entsprechende Flächen für sozialen, bezahlbaren Wohnungsbau zu suchen und bereitzustellen. Dabei gilt: Diese Wohnungen sind für alle Bürgerinnen und Bürger. Egal, ob Auszubildender, eine junge Familie, Flüchtlinge oder Renter.

SPD stellte unlängst Antrag für sozialen Wohnungsbau
Dass diese Entwicklung auch anders verlaufen kann, zeigte die SPD mit ihrem Antrag aus dem Jahr 2015. Schon zu der Zeit sprach sie sich bei der Planung neuer Baugebiete für die Ausweisung von entsprechenden Flächen für sozialen Wohnungsbau aus. Bei den neuerlichen Ausführung fand der Antrag keine sehr konkrete Umsetzung, obwohl sogar eine knappe Mehrheit dem Vorschlag zustimmte. Es bleibt abzuwarten, ob es bei den aktuellen Entwicklungen um einer Hau-Ruck-Aktion bleibt oder ob die nachhaltigen Konzepte im Wesen der Lüdinghauser Ratspolitik Einzug halten.

Wagen sie hier einen Blick in die aktuelle Verwaltungsvorlage zum SPD-Antrag: Verwaltungsvorlage – Standorte für sozialen Wohnungsbau in Lüdinghausen

Bild: Bebauungsplan Höckenkamp Nord | Stadt Lüdinghausen |

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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