LH2020 – Die „Bürger“initiative eines informellen Investorenverbandes

Lüdinghausen – Das kann man machen! Das darf man auch machen! Aber nicht so! – Das waren im wesentlichen meine Gedanken, als mir vor ein paar Tagen eine Postwurfsendung der „Bürgerinitiative LH2020“ in den Briefkasten geworfen wurde. Heute wirbt diese „Initiative“ ganzseitig in den Westfälischen Nachrichten, um der „negativen Stimmungsmache in der Stadt etwas entgegenzusetzen“.

Während der „Brief“ noch ohne Impressum, also Nennung eines Verantwortlichen und/oder einer (Post)Adresse angekommen ist und nur mit einer Email und einem Link auf die Internetseite von Richard Borgmann versehen wurde, traten die ehrenwerten Herren heute mit einer großflächigen Anzeige in den Westfälischen Nachrichten aus dem Schatten der Anonymität.

Da mag ihnen, schlussendlich, nach entsprechender Kommentierung, insbesondere durch die Lokalpresse, doch die Einsicht gewachsen sein – dass die Nennung von Ross & Reiter auch eine Frage der politischen Hygiene ist.

Die Freunde Richard Borgmanns, welche sich nun zu erkennen gaben, sind in der Mehrzahl ehrenwerte und erfolgreiche aktive oder ehemalige Unternehmer in der Stadt, welche in dieser Eigenschaft maßgeblich zum Gewerbesteueraufkommen in Lüdinghausen beigetragen haben.

Mit anderen Worten: Unternehmer, welche in den vergangenen Jahren insbesondere auch gutes Geld verdient haben und dieses auch in der Zukunft weiterhin wollen. Das ist ein mehr als legitimes Anliegen und dient zu weiten Teilen den Interessen der Allgemeinheit, denn Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sind elementar!

Da steht der Investor des Kino/Supermarktkomplexes neben jenem, der in den Gesundheitscampus investieren möchte, neben dem Architekten der Leistungssporthalle und einem Ratsherrn der CDU und gemeinsam werben sie für die „Vision 2020“ einer nachhaltigen, erfolgreichen und fortschrittlichen Stadt.

Kann man machen! Engagement tut Lüdinghausen immer gut!

Doch klar ist auch: „Investoren“ sind keine „Sponsoren“. Erste handeln im Interesse eines „Return-Of-Investment“ letztere gemeinhin nicht! „Unternehmer“ sind immer auch „Bürger“, doch unterscheiden sie sich in einem Punkt ganz wesentlich – und das ist der Punkt an dem die Frage „Was steht für mich persönlich auf dem Spiel und was kann ich gewinnen oder habe ich zu verlieren?“ zu beantworten ist.

Unternehmer welche sich mit und durch ihre finanziellen Potenz in die Politik einmischen – und diese sowohl inhaltlich als auch personell bestimmen, dieses Prinzip kennen wir aus anderen Zusammenhängen und Ländern (USA). Das ist nicht unmoralisch oder ungesetzlich. Das kann man machen!

Befürworten oder gar fördern sollte man das allerdings ganz und gar nicht! Denn an dem Punkt an welchem dann demokratische Prozesse durch Einfluss und „Geld“ ausgehebelt werden, wird das „Engagement“ irgendwann mehr als problematisch! Parteispenden sind streng reguliert, transparent und werden mehrfach geprüft. „Bürgerinitiativen“ können machen „was sie wollen“…

Die mehrere Tausend Euro schwere Kampagne mit Postwurfsendung und insbesondere der Anzeige der „Initiative“ 2020 ist tatsächlich eine Investition in die Zukunft Lüdinghausens. Ganz sicher! Dieses Investment soll sich nach der Wahl amortisieren.

Fragt sich nur, für wen?


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Klaus Böttger ist Redakteur des SPD.Netzwerk-LH und Beisitzer im Vorstand der SPD Lüdinghausen.
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Klaus Böttger ist Redakteur / Webmaster dieser Seite und außerdem Beisitzer im Vorstand der SPD in Lüdinghausen. Sein "Digitales Manifest" findet sich hier. Er bloggt unter anderem auch auf http://westfalenblog.de

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