Im Schulausschuss – Entscheidung zu Büchereistandort wird sachlich behandelt

Lüdinghausen – Eine Lüdinghauser Bücherei der Zukunft liegt für ihre kirchlichen Träger nicht mehr am alten Standort im Hause Rüschkamp an der Mühlenstrasse. Der Investor Herr Kühlkamp, der offensiv einen neuen Büchereistandort in seinem Hotelneubau an der Borg anbietet, fordert mehr Sachlichkeit in der Debatte, dabei reagiert die Politik eigentlich nur auf eine Unsachlichkeit.

Denn grundsätzlich war an der Stever ein Hotel geplant. Bei Mitgliedern des Bildungs- und Kulturausschusses stieß es auf Unverständnis, dass nun ohne Absprache mit der Stadt, der Investor auf die Kirchengemeinde als Träger der Bücherei St. Felizitas zuging, um ihnen in seinem Neubau einen neuen Büchereistandort anzubieten, obwohl diese Nutzung laut Flächennutzungsplan nicht erlaubt ist.

Die Kirchengemeinde kommt nun auf die Stadt und die Politik aus. Man sehe den Vorteil einer Bücherei „aus einem Schliff“, die ebenerdig über moderne Elemente verfügt. „Eine schöne Fassade kann nicht über die maroden Räumlichkeiten hinwegtäuschen“, berichtet ein Vertreter.

Dass nun die Zeit gekommen ist, in die Bücherei auch qualitativ zu investieren, das hat auch die Politik grundsätzlich begrüßt.

Für die SPD in Lüdinghausen ist ein Büchereistandort mit starker Zukunftsperspektive sehr wichtig. Die Medienlandschaft verändert sich und Büchereien werden zu Räumen des Aufenthalts. Es ist nicht zu vergessen, dass auch der Eigentümer des bisherigen Standortes weitreichende Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten vorgeschlagen hat.

In der Sitzung reagierte Herr Mählmann, als Vertreter des kirchlichen Trägers, so darauf, dass aber doch die Kirche der Träger sei und deutete damit dem Beschluss des Kirchenvorstandes eine bedeutende Rolle zu.

Dies ist nicht von der Hand zu weisen, die Kirche leistet für die Bücherei einen erheblichen Beitrag. Jedoch fehlt in der Erläuterung, dass die Stadt 2/3 der Betriebskosten für unsere Bücherei trägt und sich somit im Sinne der Steuerzahler wohl erlauben kann, soll und muss, sich über Flächennutzungspläne und Kosten auszutauschen.

Karl-Heinz Kocar, SPD Ausschussmitglied, stellte fest, dass die Bücherei am alten Standort ein Tor zur Innenstadt sei, verkehrsgünstig liege und die vielen verwinkelten Räume Gemütlichkeit schafften. Natürlich sei der neue Standort ein kompletter Neustart, aber die Frage sei, ob dieser von den Nutzern überhaupt gefragt wird.

Eine abschließende Entscheidung hat der Ausschuss letztlich noch nicht getroffen.

Die Reaktionen nach der Ausschusssitzung waren ebenso vielfältig. Herr Kühlkamp wirbt in der Zeitung mit einem großem Artikel und Bild für seinen neuen Standort. Sieht so Sachlichkeit aus?

Die SPD möchte dennoch den Kontakt zu allen Beteiligten halten und hofft auf eine zufriedenstellende Einigung, die vor allem im Sinne der Bürgerinnen und Bürger ist.

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In einer früheren Version des Artikels, wurde zitiert, dass man als Träger „nicht alles mitmachen“ müsse. Diese Aussage wäre im Kontext noch weiter zu erläutern gewesen und wurde daher aufgrund der Vermeidung einer Interpretationsmöglichkeit entfernt, weil sich der Zitierte so als nicht korrekt wiedergegeben verstand.

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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