Hubertus Voss-Uhlenbrock – Respekt im Rat und andere Herausforderungen…

Lüdinghausen – Auf der Webseite der SPD war in den vergangenen Wochen nicht wirklich viel los. Und das, wo in Lüdinghausen so viel passiert ist und entschieden wurde, wie, vielleicht im ganzen Jahr bis noch nicht. Aber so ist das, wenn die Menschen die hier Politik machen, aus vielerlei Gründen mal anderes zu tun haben, als ausgerechnet dem Netzwerk Redakteur zur Rede zu stehen. Doch am ersten Wochenende der Sommerferien erreiche ich Hubertus Voss-Uhlenbrock am Telefon…:

Hubertus, schon in Ferienstimmung?

HVU: Noch blicke ich zurück auf die Woche… am Donnerstag hatte ich erhebliche Mühe von meinem Arbeitsplatz pünktlich zur Ratssitzung in Lüdinghausen zu sein, die Bürgermeister Borgmann nach mehrmaliger Verschiebung dann schon um 16:00 angesetzt hat. Das ist für abhängig Beschäftigte Ratsleute unterhalb der Woche eine echte Herausforderung.

Das verstehe ich gut! Zu der Zeit hätte ich auch ein Problem gehabt, aber das ist ja in Lüdinghausen nichts neues, das gab es ja auch in der Vergangenheit schon mal.

HVU: Ja, das gab es allerdings in der Vergangenheit schon – und das ist auch damals von der SPD Fraktion schon entsprechend kritisiert worden. Was aber neu ist, war die Tatsache, dass sich hier 36 Ratsmitglieder nach der Terminplanung des Bürgermeisters zu richten hatten. An der Sitzung teilgenommen haben schließlich nur 30 Stadtverordnete. Und das, weil Herr Borgmann noch „Abendtermine“ wahrzunehmen hatte.

Also mussten 30 Stadtverordnete vorzeitig ihren Arbeitsplatz verlassen, damit Herr Borgmann pünktlich zu einer Party kommt?

HVU: Ich will das nicht so generalisieren, für den ein oder anderen mag es gepasst haben, aber mich störte letzlich nicht nur die Terminierung der Sitzung, und der Grund dafür, sondern auch die Tatsache, dass wir die Wahl des neuen ersten Beigeordneten der Stadt – also des zukünftig und auf Jahre engsten Mitarbeiters des Bürgermeisters, unter solchen Umständen durchführen mussten. Für mich zeigt sich da nicht nur eine Respektlosigkeit des Bürgermeisters gegenüber den gewählten Vertretern der Lüdinghauser Bürgerinnen und Bürger, sondern auch dem Beigeordneten gegenüber.

Hast du mit anderen Ratsmitgliedern darüber gesprochen? Wie war da Stimmung oder Meinung?

HVU: Mit Grünen & UWG waren wir uns, glaube ich, weitgehend einig. Wir waren empört, dass die Dauer der Sitzung letztendlich 70 Minuten betrug, so dass der Bürgermeister am Ende zugab, dass er die Länge der Tagesordnung anders eingeschätzt habe und seine Abendtermine ihn zu dieser Ansetzung gebracht hätten. Und mit den Kolleginnen und Kollegen der CDU Fraktion hatte ich über etwas anderes zu sprechen. Denn für die war es wichtiger, während der Sitzung, die Einladungen zum CDU Sommerfest zu verteilen. Das hat die Sitzung dann tatsächlich zu einem bizarren Ereignis gemacht – denn Parteienwerbung IM RAT(!) ist etwas, das normalerweise vom Bürgermeister sofort zu unterbinden ist.

Aber das war doch „nur“ eine Einladung zu einem Sommerfest…!

HVU: Gegen eine höfliche Einladung des politischen Mitbewerbers ist nichts zu sagen, aber nicht im Rat und auch nicht mit dem Wahlkampfslogan des Bürgermeisters auf der Einladung. Ich wünsche der CDU übrigens dieses Jahr ein gelungenes Fest, nachdem es im letzten Jahr schon so in das Wasser gefallen ist.

Na, dann wünsche ich dir ein schönes erstes Ferienwochenende! Danke für das Gespräch heute morgen!

HVU: Danke für die Gelegenheit!


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Das Interview wurde aufgezeichnet von Klaus Böttger

Über Klaus Böttger

Klaus Böttger ist Redakteur / Webmaster dieser Seite und außerdem Beisitzer im Vorstand der SPD in Lüdinghausen. Sein "Digitales Manifest" findet sich hier. Er bloggt unter anderem auch auf http://westfalenblog.de