Gute Schulen ohne Zukunft

Lüdinghausen – In ihrer Gratis-Zeitung „Stadtgespräch“ erfreut sich die CDU über ihre Erfolge bei der Entwicklung der Schullandschaft in Lüdinghausen. Ist es ein Erfolg, wenn die Eltern erst auf die Barrikaden gehen müssen, damit Herr Borgmann (CDU) endlich zuhört? Hätten wir nicht schon längst ein Konzept haben können, hätte die CDU den Eltern nicht bevormundend das Ruder aus der Hand gerissen? Die Konservativen denken, „die CDU [habe] ins ‚Schwarze‘ getroffen“.

Und das hat sie auch! Nämlich zunächst ins ungewisse Dunkel. Allein aus angeblichen Kostengründen stieg man auf den Steigbügelhalter einer Sekundarschule. Schließlich ist Bildung unsere Zukunft und da kann man als ewig- gestrige CDU Lüdinghausen doch nur den Rotstift ansetzen. Die Elternbefragung, die gemeinsam mit allen Ratsfraktionen getragen wurde, war da längst Geschichte. Warum an einem gemeinsamen Strang ziehen, wenn es um unsere Kinder geht?

Erst später fiel der CDU auf, dass eine Gesamtschule ja eine Konkurrenz für die bestehenden Oberstufen sei. Sie spielte die Ideologie- Karte, doch die Eltern wollten sich diese nicht zuschieben lassen: Sie gingen auf die Barrikaden – zurecht!

„Der engagierte Elternwillen muss ernst genommen werden“, so betitelte es Ratsmitglied Susanne Havermeier auf dem SPD- Neujahrsempfang. So saß auch wieder die SPD- Fraktion am gemeinsamen Tisch mit der CDU, die sich nach dem öffentlichen Druck wieder dem gemeinsamen Weg hingab.

Das Ergebnis scheint ja nun doch die Sekundarschule zu sein. „Dies kann aber, in anbetracht der sinkenden Schülerzahlen, nur ein Zwischenschritt sein“, so der SPD- Fraktionsvorsitzende Michael Spieckermann- Blankertz. Es ist offenkundig, dass sich die SPD traditionell für eine Gesamtschule stark macht, doch ist man nie mit der Ideologie- Keule hervorgesprescht, sondern akzeptiert das Ergebnis der Schulwerkstatt und die Wünsche der Eltern. Man lud diese sogar zur Mitgliederversammlung.

Dass die CDU dies auch tut, muss am Wahlkampf liegen. Ein ewiges hin und her: So sieht’s aus, wenn man „voll ins ‚Schwarze'“ trifft – es geht daneben!

Über NetzWerkStadt

Hier schreibt die Redaktion des Netzwerk-LH. Dieses ist ein gemeinsames Profil unserer Redakteure, genutzt für Beiträge, die wir von Quellen übernehmen, die nicht auf dem Netzwerk Mitglied sind, oder für Beiträge anderer allgemeiner Art.

Kommentar verfassen