Ein Jahr im SPD.Netzwerk-LH.DE – Die Fieberkurve der Sozialdemokratie

Lüdinghausen – Ein Jahr in Lüdinghausen, das sind sieben Jahre im Internet – so könnte man einen Lehrsatz der Internetökonomie umdrehen, der versucht die Innovationsgeschwindigkeit und Frequenz der Onlinewelt mit der traditionellen Ökonomie zu vergleichen. Nun waren und sind Sozialdemokraten nicht per se der technologischen Avantgarde zuzurechnen, doch verstehen sogar wir, dass wir uns einem veränderten Anspruch der Öffentlichkeit nicht verweigern können.

Rund ein Jahr, bevor durch den Bundesvorstand der Partei die Kampagne DIGITALLEBEN.SPD ins Leben gerufen wurde, hat sich der Vorstand der SPD in Lüdinghausen schon überlegt, wie einerseits den Herausforderungen des Kommunalwahlkampfes zu begegnen ist, und andererseits die Partei als auch die Öffentlichkeit nachhaltig von diesem Wahlkampf profitieren kann – ohne dabei zuerst auf Wahlergebnisse zu schauen (Ergebnisse, die dann, zugegeben, nochmal viel besser waren, als ein Großteil der Partei vorher zu erhoffen gewagt hatte).

Die Prämisse war: Wenn wir uns nicht verändern, dann werden wir langfristig auch keine Chance mehr haben, unseren Anspruch in der politischen Auseinandersetzung und unsere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu entwickeln. In einer Zeit, in der die Nachrichtenfrequenz in Minuten, statt in Tagen gemessen wird, in der Redaktionen von Tageszeitungen geschlossen oder Zeitungen komplett vom Markt verschwinden, müssen wir uns – über den Wahltag hinaus – nachhaltig neu aufstellen.

Gesagt, getan: Wir haben in uns selber investiert. Aus der Webseite der SPD-LH wurde im Februar 2014 das SPD.Netzwerk-LH. Aus einer statischen, nur vom gelegentlichen Takt der Pressemitteilungen aus Fraktion und Ortsverein sowie den Wahlzyklen geprägten Webseite, wurde eine dynamische, offene Diskussionsplattform, die ihre eigenen Inhalte entwickelt und eigene, auch vom politischen Tagesgeschäft unabhängige Schwerpunkte setzt.

Wir sind noch nicht da, wo wir gerne sein wollten. Die Komponente der „öffentlichen“ Diskussion funktioniert bisher nur zu sehr wenigen, den in Lüdinghausen polarisierenden Themen. Gerade die Mitglieder der Partei ziehen es offensichtlich vor, die Diskussion persönlich zu führen – denn das hinter der Webseite liegende „Netzwerk“, ein in der Funktionalität mit Facebook zu vergleichendes soziales Netz zur Vernetzung der Mitglieder und Freunde des Partei hat im Wahlkampf eine zentrale, aber danach keine wichtige Rolle mehr gespielt.

Wenn wir aber auf die „Fieberkurve“ schauen, dann sind wir doch erstmal mehr als zufrieden! Über 50.000 Seitenzugriffe, über 11.000 Besucher und vor allem: davon über 2000 wiederkehrende Besucher – sozusagen unsere Stammkunden… in ganz Lüdinghausen gibt es keinen Platz, um all diese Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu versammeln – dafür müssten wir schon in das Stadion ausweichen.

Erwartungsgemäß war die Anzahl der Zugriffe zu Zeiten des Kommunalwahlkampfes mit über 800 Besuchern in der Woche der Wahl am höchsten. Doch auch die Wahl des neuen Parteivorsitzenden Niko Gernitz im Oktober 2014, die Online-Bürgerbefragung zum Marktplatz, einige dezidiert zugespitzte Kommentare und – ganz aktuell – das Interview mit der vorgeschlagenen Bürgermeisterkandidatin Doris Krüger markierten weitere „Höhepunkte“ in der Zugriffsstatistik des SPD.Netzwerkes.

Nicht zuletzt spielt hier auch die Facebook-Seite der SPD Lüdinghausen eine zentrale Rolle, mit welcher nicht nur alle Inhalte vernetzt werden, sondern von welcher auch nahezu 80% aller Besucher ihren Weg auf das Netzwerk finden.

So zeigt sich, dass es gerade auch auf der kommunalen Ebene eine Öffentlichkeit gibt, die das Onlineangebot einer Partei gezielt nachfragt und nutzt. Es zeigt sich auch, dass neben statischer „Information“ auch und besonders Meinungen und Themen gesetzt werden können, die ohne eine Begleitung der Tageszeitung oder anderer Medien funktionieren. Die „Stammkunden“ der Webseite wissen, dass sie regelmäßig neue Inhalte vorfinden – und kehren genau deshalb auch regelmäßig zurück.

Wir bedanken uns bei allen kritischen Begleitern, Besuchern und Freunden. Vor allem bedanken wir uns bei unseren Autoren und Mitarbeitern. Wir freuen uns über jedes Feedback und versprechen weiter neue Wege zu gehen, Dinge auszuprobieren und Lüdinghausen & Seppenrade weiter zu entwickeln.

Denn dafür sind wir da!


Klaus Böttger ist Redakteur des Netzwerk-LH und Beisitzer im Vorstand der SPD Lüdinghausen.

Über Klaus Böttger

Klaus Böttger ist Redakteur / Webmaster dieser Seite und außerdem Beisitzer im Vorstand der SPD in Lüdinghausen. Sein "Digitales Manifest" findet sich hier. Er bloggt unter anderem auch auf http://westfalenblog.de

3 thoughts on “Ein Jahr im SPD.Netzwerk-LH.DE – Die Fieberkurve der Sozialdemokratie

    1. Lieber Merkbefreiter, sie haben völlig Recht! Technologisch ist das hier keine Rekordveranstaltung. Aber ein wenig Weihrauch mögen sie uns doch wenigstens für die Inhalte bitte zugestehen? Sie kriegen auch was ab! Schließlich sind sie ja auch einer unserer treuesten Kommentatoren. ;-)

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