Diese Halle ist ein wichtiges Projekt und genau richtig für Lüdinghausen

Die Halle für Leistungs-, Breiten- und Schulsport an der Konrad-Adenauer-Straße ist wieder in der Diskussion: Der Grund liegt in der Meldung, sie würde eine Millionen Euro teurer als die Budgetgrenze, die eine Ratsmehrheit auf rd. 8,7 Mio. Euro festgesetzt hatte. Ein Faktencheck und unsere Stellungnahme dazu.

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1. Die Leistungssporthalle wird nach jetzigem Stand 1 Mio. Euro mehr kosten als vorhergesehen.

    Diese Aussage ist faktisch nicht korrekt. Die erste Kostenschätzung ging von Baukosten in Höhe von rd. 8,7 Mio Euro im Jahr 2015 aus. So hoch sind auch die aufgeführten Kosten, die dem Förderantrag zu Grunde liegen. So wurde bei diesem Betrag ein Budgetlimit gesetzt. In der Zwischenzeit verzögerte sich der Bau etwa durch Bewilligungsverfahren und die Ausschreibung für einen Projektleiter: Es entstand aber auch eine neue Gesetzeslage, die etwa strengere Auflagen für den Energieverbrauch des Gebäudes vorsieht, hinzu kommt die Inflation. Gleichzeitig hat der Projektsteuerer Sparmaßnahmen vorgeschlagen, die den Betrieb der Halle nicht beeinträchtigen. Die gemeinsame Kostenschätzung von Projektsteuerer und Architekt liegt daher bei 9,27 Mio. Euro, was sich durch positive Ausschreibungsergebnisse noch verringern kann. Bisher liegt der Überbetrag noch bei 570,000 Euro und kann sich noch verringern – aber auch durch unvorhergesehene Ereignisse (z.B. ein Fliegerbombenfund) erhöhen. Die endgültige Baukostensumme steht nicht fest.

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2. Je später der Baubeginn für eine Sporthalle, desto teurer wird diese.

    Diese Aussage ist korrekt. Je länger sich der Baubeginn hinzieht, desto teurer wird der Bau durch allgemeine Baukostensteigerungen oder durch die Veränderung der gesetzlichen Auflagen, die eine Umplanung herbeiführen. Die Halle für Leistungs-, Breiten- und Schulsport ist fertig geplant; der Bauantrag kann gestellt werden oder ist zu diesem Zeitpunkt bereits gestellt. Die Planung hat zudem einen Wettbewerb gewonnen. Für diesen, die Planung und weitere Vorgänge ist bereits sehr viel Geld geflossen. Diese Bemühungen beiseite zu schieben und eine neue Halle zu planen, würde daher einerseits viel Geld in den Sand setzen und niemand weiß, wie teuer eine neue Planung werden würde. Zudem besteht der Bedarf an dieser Sporthalle so zeitnah wie möglich.

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3. Die Stadt Lüdinghausen baut hier ein überdimensioniertes Prestige-Projekt.

    Die Antwort kann nur politisch gegeben werden: Wir widersprechen. Die Kosten für die Leistungssporthalle und den Leistungsstützpunkt trägt die Stadt Lüdinghausen nicht alleine, sondern wird vom Land NRW gefördert. Die Landesregierung und die zuständige Bezirksregierung haben die Förderfähigkeit ausgiebig geprüft und schließlich festgestellt, dass eine Stadt wie Lüdinghausen entsprechend gefördert werden soll. Wäre das Projekt nicht sinnvoll, würde es nicht vom Land gefördert. Es dient zudem nur zu einem Teil der Ausführung von Leistungssport und wird anderweitig etwa von den Schulen genutzt, die diese Hallenkapazitäten dringend brauchen. Diese Halle ist daher mehr ein Bildungs-, Sport oder Leuchtturmprojekt als ein Prestige-Bau.

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4. Ein öffentliches Bauprojekt wird immer teurer als vorgesehen.

    Nein, es gibt viele Gegenbeispiele; sogar in Lüdinghausen, wo etwa die Ausschreibungsergebnisse für die Wasserburgenwelt erfreulich waren. Je länger man allerdings mit der Umetzung wartet, desto teurer wird jene. Die Halle für Leistungs-, Breiten- und Schulsport wird bereits seit 2009 diskutiert. Natürlich verändern sich in 8 Jahren die Preise, gerade bei dem aktuellen Bau- und Immobilienboom.

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5. Die Betriebskosten für die Leistungssporthalle sind höher und müssen allein von der Stadt Lüdinghausen getragen werden.

    Diese Aussage ist nicht ganz korrekt. Die Betriebskosten sind in der Tat höher, da etwa für die Sportarten des Leistungsstützpuktes höhere Decken benötigt werden, was mehr Heizkosten verursacht. Die Stadt Lüdinghausen bleibt aber nicht alleine auf den Kosten sitzen. Der örtliche Verein SC Union Lüdinghausen beteiligt sich mit 20,000 Euro an den jährlichen Betriebskosten sehr stark und finanziert dies mit den Beiträgen der Mitglieder. Ein starkes Signal, denn das ist nicht selbstverständlich. Man darf bei dem Projekt nicht vergessen, dass es hier nicht nur um das Herzensprojekt von Politikern geht, sondern um ein Anliegen engagierter Menschen vor Ort, die hier sehr gute Arbeit leisten.

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6. Es wurde nie der Versuch unternommen, Kosten einzusparen.

    Das ist nicht korrekt. Projektsteuerer und Architekt haben bei ihrer ersten Zusammenarbeit direkt Kosteneinsparungen, etwa bei Fenstern oder Treppenaufgängen, von 375,000 Euro erarbeitet.

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Was unserer Meinung nach noch für den Bau der Leistungssporthalle spricht:

  • Sie hat einen Architekturwettbewerb gewonnen und fügt sich an dieser Stelle gut in das Stadtbild ein und ist daher eine Bereicherung für die Stadtentwicklung Lüdinghausens.
  • Das Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und ist ein Zeichen solider, rot-grüner Sportpolitik.
  • Der Bau erfolgt barrierefrei und ist daher ein weiterer Schritt für Inklusion in unserer Gesellschaft.
  • Die Lüdinghauser Schullandschaft wartet schon lange Zeit auf eine Entspannung der Sporthallen-Situation. Diese Sporthalle ist daher genau richtig – je schneller sie endlich fertig gestellt ist desto besser für unsere kleinen Bürger/innen.
  • Sie ermöglicht nicht nur Leistungssport, sondern auch Leistungssichtung für noch mehr Spitzensportler aus unserer Region.
  • Die Halle wird durch ihre Sportereignisse mehr Besucher in unsere Stadt locken und so die gesamte Attraktivität Lüdinghausens erhöhen.

Bild: Arno Meyer, Architekt |

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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