Die Leistungssporthalle ist kein Millionengrab

Die Halle für Vereins-, Schul- und Leistungssport wurde in den vergangenen Haushaltsberatungen mit der Elbphilharmonie oder gar dem Bahnhofsprojekt Stuttgart21 verglichen. In ihrer Haushaltsrede sprach die UWG gar von einem „Millionengrab“. Scheinbar haben Kritiker die letzten Entwicklungen verpasst! Die Halle ist weiterhin notwendig, richtig und tragbar für Lüdinghausen – inkl. verantwortungsvollem Kostendeckel.

Dabei stimmt in erster Linie nicht, dass die Befürworter jede Preiserhöhung beim Bau der Halle für Vereins-, Schul- und Leistungssport hinnehmen würden. Die Kosten für das Projekt sind vom Architekten und dem Projektsteuerer vor-kalkuliert, sog. „plausibilisiert“, worden. Dabei sind auch Kostensteigerungen berücksichtigt worden, die sich momentan durch den starken Bauboom, hohe Materialkosten und die gute Auftragslage der Unternehmen ergeben. Je weniger Wettbewerbsdruck, desto weniger Bewerber gibt es für die Ausschreibungen der Stadt und umso unwahrscheinlicher sind günstige Kosten am Ende des Verfahrens.

    Am Ende bleibt immer noch die Möglichkeit, dass es gut ausgeht, die Ausschreibungen besser verlaufen als erwartet und die Halle günstiger wird, als es sich ihre Kritiker gewünscht haben.

Um in Verantwortung für den Steuerzahler bei einer nicht nachvollziehbaren Kostensteigerung die Reißleine zu ziehen, schreibt die Stadt Lüdinghausen nun 80% der Leistungen auf einen Schlag aus, um dann zu schauen, ob sich die Kosten im Rahmen der angefertigten Plausibiliserung halten. Bei sehr starken Abweichungen nach oben, kann immer noch das beschworene „Millionengrab“ verhindert werden. Dieses Verfahren ist der sehr gute Grund, warum die Beschlüsse in den Ausschüssen und im Stadtrat nicht-öffentlich behandelt werden. Würden die Zahlen rund um die Kostenschätzung öffentlich, könnten sich die Ausschreibungsergebnisse verteuern, ein großer Nachteil für den Steuerzahler -unverantwortlich für alle Bürgerinnen und Bürger in Lüdinghausen und Seppenrade. Daher hilft es wenig, mit spekulativen Zahlen hausieren zu gehen, das nutzt nun niemand wirklich, der die Interessen unserer Stadt im Auge hat.

Schließlich sollte das Projekt jetzt nicht zerredet werden. Es spricht vieles für den Bau dieser Halle, wie wir es unten noch einmal hervorgehoben haben. Es ist richtig, dass die Leistungssporthalle über die Entwicklungszeit teurer geworden ist. Auch die SPD fragt sich, warum manche Schritte so viel Zeit in Anspruch genommen haben. Dennoch stehen wir zu diesem Projekt. Auch die Landesregierung hat ihre Förderzusagen angesichts der Baukostenentwicklung, die momentan fast alle öffentlichen Ausschreibungen betrifft, erhöht. Das Risiko für Lüdinghausen ist kalkulierbar. Am Ende bleibt immer noch die Möglichkeit, dass es gut ausgeht, die Ausschreibungen besser verlaufen als erwartet und die Halle günstiger wird, als es sich ihre Kritiker gewünscht haben.

Was unserer Meinung nach noch für den Bau der Leistungssporthalle spricht:

  • Die örtlichen Vereine bringen außerordentliche Mittel für den Betrieb der Halle, hervorragende sportliche Ergebnisse und wichtiges ehrenamtliches Engegament im Bereich Kinder und Jugend hervor.
  • Sie hat einen Architekturwettbewerb gewonnen und fügt sich an dieser Stelle gut in das Stadtbild ein und ist daher eine Bereicherung für die Stadtentwicklung Lüdinghausens.
  • Das Projekt wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und ist ein Zeichen solider, ehemals rot-grüner Sportpolitik. Die neue schwarz-gelbe Landesregierung hat die Förderung noch einmal erhöht.
  • Der Bau erfolgt barrierefrei und ist daher ein weiterer Schritt für Inklusion in unserer Gesellschaft.
  • Die Lüdinghauser Schullandschaft wartet schon lange Zeit auf eine Entspannung der Sporthallen-Situation. Diese Sporthalle ist daher genau richtig – je schneller sie endlich fertig gestellt ist, desto besser für unsere kleinen Bürger/innen.
  • Sie ermöglicht nicht nur Leistungssport, sondern auch Leistungssichtung für noch mehr Spitzensportler aus unserer Region.
  • Die Halle wird durch ihre Sportereignisse mehr Besucher in unsere Stadt locken und so die gesamte Attraktivität Lüdinghausens erhöhen.

  • Leistungssporthalle Lüdinghausen (Entwurf): Arno Meyer, Architekt

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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