Die Interessentenwege in Lüdinghausen & Seppenrade wieder schätzen lernen

Seppenrade – Die SPD Lüdinghausen setzt sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Interessentenwege in Seppenrade und Lüdinghausen ein. Im Frühjahr soll es zu diesem Thema ein Gespräch in Seppenrade geben. Bernd Breimann und Hubertus Voss-Uhlenbrock erläutern in einem Kommentar warum.

Der Rat der Stadt Lüdinghausen hat in seiner Sitzung am 19.12.2014 zum wiederholten Mal der Einziehung, d. h. Umnutzung, eines Interessentenweges in Seppenrade gegen die Stimmen von SPD und Bündnis90/Die Grünen zugestimmt. Dies ist als „Einzelfallentscheidung“ zu hinterfragen.

Es ist ein Beispiel für den fahrlässigen Umgang mit dem ca. 85 Kilometern langen Wegenetz, das in Seppenrade im Eigentum der sogenannten Interessentengemeinschaft ist, der Seppenrader Grundbesitzer faktisch angehören. Uns besorgt besonders, dass mit jedem „Einzelfall“ für die Weiterentwicklung Seppenrades und Lüdinghausens überaus bedeutsame Grundlagen aufgeweicht werden. Zudem besorgt uns, dass

1. bei den letzten Entscheidungen bezüglich des Umgangs mit diesen Wegen Begründung und Abwägung nicht hinreichend stichhaltig waren und

2. Zusammenhänge nur wenig bekannt sind.

Zu 1.: Richtschnur des Handelns bei den letzten Entscheidungen im Stadtrat, die Einziehung von Interessentenwegen betreffend, war das sogenannte strategische Wegekonzept aus dem Jahr 2012, mit dem eine faire Verteilung der Unterhaltungskosten aller Wege im Außenbereich Lüdinghausens erreicht werden soll. Allerdings ist die Einziehung und anschließende Veräußerung eines Interessentenweges zugunsten des allgemeinen Haushalts der Stadt kein wirksames Instrument dieses Ziel zu erreichen und vielmehr sollen Erträge zweckgebunden für die Belange der Interessenten genutzt werden.

Zu 2.: Die große Seppenrader Umlegung ist zwar schon im Jahr 1947 als abgeschlossen erklärt worden, ihr Ergebnis ist aber bis heute prägend für unser Siedlungsbild mit u. a. den viel beworbenen „Pättkes“. Bei der letzten Beratung im Stadtrat wurde deutlich, dass kaum einer den für den Umgang mit Interessentenwegen in Seppenrade maßgeblichen historischen Beschluss kennt. Diese wichtige Grundlage der sozial-ökonomischen Entwicklung Seppenrades ist nicht ausreichend im Bewusstsein der Handelnden und besonders des Bürgermeisters. Dieser ist zwar gesetzlich zum Treuhänder aller Interessenten gegenüber Dritten bestimmt, scheint aber diese Pflicht bisher im wesentlichen dafür zu nutzen, Unterschriften auf (Ver)kaufsverträge zu setzen.

Wir sind davon überzeugt, dass Entscheidungen zum Umgang mit Interessentenwegen einen sorgfältigen und aktuellen Dialog über die große Seppenrader Umlegung voraussetzen. Wir möchten deshalb die Dokumente zur Seppenrader Umlegung in den nächsten Wochen gerne vorstellen und damit vermitteln, dass die Bürgerschaft genau wusste, warum sie im letzten Jahrhundert intensive Anstrengungen machte, die Landnutzung so neu zu ordnen. Den bürgerschaftlichen Schatz der Interessentenwege gilt es respektvoll zu nutzen und nicht bei Vorliegen von Kaufangeboten an Einzelinteressen zu verlieren.

Bernd Breimann, Dülmener Str. 15, Lüdinghausen

Hubertus Voss-Uhlenbrock, Hinterm Hagen 82, Stadtverordneter, SPD-Fraktion Lüdinghausen

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