Der Tüllinghoff und die Stever – Versorgungslage mangelhaft

Lüdinghausen – Am Sonntag lud der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Niko Gernitz die Bürgermeisterkandidatin Doris Krüger zur Besichtigung seines Wahlbezirks im Stevertal/Tüllinghoff ein. Gemeinsam mit Anwohnern und einem Vertreter des Fischereivereins begutachteten sie den Steververlauf, der endlich einer Renaturierung bedürfte, wie alle feststellten konnten. Nur die starken Regenfälle dieser Tage verhindern ein Umkippen des Flusses.

„Die Rialto-Brücke und die Steverseitenwege sind in einem erschreckenden Zustand. Wir haben kein Geld zu verschenken, doch es wäre mehr als sinnvoll, hier festzustellen, wie teuer eine Erneuerung der Brücke wäre“, befand Niko Gernitz beim Befahren der ungepflegten Strecke.

Anwohner und Alt-Genosse Horst Wolske betonte, dass in dem Wohngebiet im Stevertal kaum mehr Kinder wohnen würden: „Wir müssen den neuen Gegebenheiten gerecht werden, dass unsere Wohngebiete altern. Auch Senioren wollen mobil bleiben!“

Um die Rialtobrücke auf dem Weg in die Innenstadt weiterhin überqueren zu können, hätten viele Leute neue Strategien entwickelt, so ein Anwohner: „Man nimmt einen Umweg, um dann von der anderen Seite mit Schwung auf die Brücke zu jagen. Das hilft immerhin den Radfahrern. Mit dem Rollator schafft man das kaum.“

Neben der Infrastruktur ist auch die Grünpflege mangelhaft. „Die äußeren Stadtteile bleiben auf der Strecke“, stellt die stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende Natalie Geist fest und setzt sich vorsichtig auf eine Bank am Steverufer, durch deren Streben bereits die Brennnesseln wuchern.

„Es braucht ein neues Konzept für diese alten Wohngebiete. Den demographischen Wandel können wir nicht weiter aussitzen“, erklärt Doris Krüger auch im Gespräch mit den Boule-Spielern am gepflegten Platz im Stevertal. Die Spieler sind sehr froh über den Besuch.

„Wir sehen die Chancen für Lüdinghausen auch in den kleinen Strukturen“, findet ein Spieler aus der Wohngegend. Es bräuchte keine neuen Altersheime, wenn die Menschen im Alter dort wohnen bleiben könnten, wo sie heimisch geworden seien: „Aber die Versorgungslage hier im Süden der Stadt ist sehr schlecht.“ Auch Niko Gernitz und Natalie Geist sehen hier Handlungsbedarf.

Bei einem Schlenker auf dem Rückweg fasst die Gruppe auch den Trimm-Dich-Pfad unter die Lupe. „Hier trimmt es sich schon lange nicht mehr“, stellt Doris Krüger erschrocken fest: „Mir wird im Zuge der vielen Gespräche und Besichtigungen immer wieder vor Augen geführt, wie viele Strukturen in unserer Stadt verfallen. Dabei leben wir in einer so wunderschönen Stadt, die es verdient hat, dass man sich um sie kümmert.“

„Das hat nichts mehr mit Citta Slow zu tun“, stellt auch der Stadtverordnete Thomas Steinkuhl nach der Tour fest.

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One thought on “Der Tüllinghoff und die Stever – Versorgungslage mangelhaft

  1. Ich will hier wirklich keine Diskussion „Fußgänger v/s Radfahrer“ oder gar „Hundehalter v/s Radfahrer“ aufmachen. Doch wenn ich mit meiner alten Beagle Dame an der Brücke entlang gehe, dann ergeben sich durchaus „interessante“ Szenen, wenn die Radfahrer mit Schwung über die Brücke rauschen. Und tatsächlich, können sie mich unter Umständen von der anderen Seite auch gar nicht sehen, wenn ich mit dem Hund dort stehe.

    Jedenfalls lässt sich die Situation meistens durch einen beherzten Sprung unsererseits „in die Büsche“ entschärfen… dass der Hund sich erschreckt und bellt – geschenkt! Nur meine Schwiegermutter springt mit ihrem Rollator nicht mehr ganz so schnell und soweit wie ich…

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