Der SPD muss man Frieden nicht erklären – Das Netz feiert Frank-Walter Steinmeier

Berlin – Am Montag unterstützte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier den Spitzenkandidaten der europäischen Sozialdemokratie Martin Schulz bei seinem Wahlkampfauftritt auf dem Berliner Alexanderplatz – und wurde mit seiner leidenschaftlichen Rede zum Frieden in Europa selbst über Nacht zum YouTube-Star.

Auslöser für Steinmeiers Brandrede auf Europa waren Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Berliner Alexanderplatz, die die Wahlveranstaltung mit Schildern wie „Stoppt die Nazis in der Ukraine“ und „Weg mit EU und Nato“ stören wollten. Als Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ans Rednerpult trat, beschimpften sie ihn als „Kriegstreiber“.

Daraufhin platze dem Außenminister der Kragen. Seit Monaten setzt sich Steinmeier für eine friedliche und diplomatische Lösung der Ukraine-Krise ein. „Ihr solltet euch überlegen, wer hier die Kriegstreiber sind“, entgegnete der 58-Jährige den Demonstranten: „Wer eine ganze Gesellschaft als Faschisten bezeichnet, der treibt den Krieg, der treibt den Konflikt!“

Der SPD muss man Frieden nicht erklären

„Der Sozialdemokratie muss man nicht sagen, warum wir für Frieden kämpfen“, so Steinmeier weiter. „Europa, das ist die Lehre von Zeiten, in denen Menschen sich nicht zugehört haben, in denen man aufeinander geschossen hat.“

Die Welt bestehe eben nicht nur aus Friedensengeln auf der einen und aus Bösewichten auf der anderen Seite, machte Steinmeier klar. „Die Welt ist leider komplizierter. Dieser Protest dahinten zeigt, dass es immer noch Menschen gibt, die Europa nicht verstanden haben“, so der Außenminister.

„Hätten wir auf die gehört, wäre Europa heute kaputt!“

Dies gelte besonders mit Blick auf die Eurokrise. Zu deren Hochzeit habe es immer wieder Stimmen gegeben, die vermeintlich einfache Lösungen für komplexe Probleme propagiert haben – wie etwa, Griechenland aus der Eurozone auszuschließen oder auch die Abschaffung des Euros. „Hätten wir auf Leute, wie die da hinten, gehört, wäre Europa heute kaputt“, so Steinmeier.

1,3 Millionen Aufrufe auf YouTube

Die 2000 Zuschauer auf dem Alexanderplatz reagierten begeistert auf den engagierten Auftritt des Außenministers. Über eine Million Aufrufe sammelte das Video von Steinmeiers Rede auf YouTube – in nur zwei Tagen! In den sozialen Medien wie Facebook und Twitter wurde das Video tausende Male geteilt und kommentiert.

#Steinmeier – Gänsehaut, wann hat es das mal zuletzt bei einer politischen Rede gegeben? @AuswaertigesAmt http://t.co/Ee45iPNyjb
— Sebastian Pfeffer (@S_Pfeffer) 21. Mai 2014

DANKE an #Steinmeier für die klaren Worte. #EU-Gegner sollten öfter mit dieser Deutlichkeit konfrontiert werden. http://t.co/Tz0d1Z2opD
— Michael (@folgemichael) 21. Mai 2014

Vielleicht die stärkste Rede im #europawahlkampf soweit. Danke #steinmeier ! http://t.co/YTlzCftipo
— Tobias Querbach (@TobiasQuerbach) 21. Mai 2014

„Steinmeier hat Europa fühlbar gemacht“

Das Presseecho auf die Rede des Außenministers fällt durchweg positiv aus: Steinmeier habe etwas geschafft, „was derzeit so viele versuchen und daran so beständig scheitern“, schreibt etwa das Online-Magazin ‚The European’: „Er hat Europa fühlbar gemacht.“

Es sei der „wohl emotionalste Auftritt im Europawahlkampf überhaupt“ schreibt die ,Hufffington Post‘. „Ein flammendes Plädoyer für die europäische Idee“ heißt es in der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung’.

Beitrag via SPD.DE

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