Das kann wirklich gut passen – Niko Gernitz ist für ein Kino in Lüdinghausen

Lüdinghausen – Kino und Gesundheitscampus, zwei der drei „brennenden“ Themen der Stadt standen am Dienstagabend im Ausschuss für Klimaschutz, Energie, Planung und Stadtentwicklung auf der Tagesordnung. Niko Gernitz hat für die SPD Fraktion an der Sitzung des Ausschuss teilgenommen und stellt sich zwischen zwei Vorlesungen unseren Fragen zum Kinokomplex im ersten Teil des Interviews…

Niko, wie stehst du zu der Vorlage des Bürgermeisters am Stadtfeld ein Kino bauen zu lassen?

Niko Gernitz: Ich wünsche mir ein Kino für Lüdinghausen so sehr, wie alle, nicht nur meiner Altersgruppe. Ein Kino in Lüdinghausen ist ja wirklich eine kulturelle und wirtschaftliche Bereicherung für unsere Stadt – die sonst leider über nicht so viele Unterhaltungsangebote verfügt. Da haben wir eine echte Lücke und diese Lücke zu schliessen, das wäre toll!

Aber dennoch hat die SPD zusammen mit Grünen und UWG im Ausschuss gegen das Kino gestimmt.

Niko Gernitz: Das ist nicht richtig! Wir haben nicht gegen das Kino gestimmt, sondern gegen den Plan, der uns von der Verwaltung vorgelegt wurde. Dieser Plan wurde nicht von der Politik entwickelt, sondern von der Stadt und dem Investor. Die Sitzung des Ausschuss war tatsächlich das erste Mal, dass die Politik überhaupt an dem Verfahren teilnehmen konnte. Und diesen Plan einfach durchzuwinken, kam für uns aus vielerlei Gründen nicht in Frage.

Aus der Vorlage für den Planungsausschuss. Architekten: Seiler-Rüdiger (Lüdinghausen)
Eine Simulation aus der Vorlage für den Planungsausschuss. Im Vordergrund der Supermarkt.

Aus welchen Gründen?

Niko Gernitz: Nun, wir sind nicht sicher, ob der Standort der richtige ist, wir sind noch weniger sicher, dass ein Supermarkt – der ja zur Bedingung für das Projekt gemacht worden ist, an der Stelle nicht langfristig unserer Innenstadt noch teuerer zu stehen kommt, als der jetzt ohnehin schon vorhandene Einzelhandel an der Stelle, der mit Aldi, Edeka, einem Blumengeschäft, Frisör und Bruno Kleine jetzt schon erhebliche Kaufkraft bündelt. Und zu guter letzt sind wir nicht sicher, ob uns die Klinkerkästen, die der Investor Austrup schon hat planen lassen, überhaupt gefallen. Schließlich ist das eine sehr prominente Stelle, sozusagen der Eingang zur Stadt – da sollten wir uns vielleicht etwas Mühe geben, bevor wir uns die Stadtlandschaft verbauen.

Was will die SPD denn nun tun? Die CDU verlangt „Farbe zu bekennen“, ob man das Kino will…

Niko Gernitz: Wenn es hier um Farben gehen würde, dann sähe ich bei der CDU auch „schwarz“ – aber mal im Ernst: Wir sollen und wir wollen heute mittel und langfristig Verantwortung für die Entwicklung der ganzen Stadt übernehmen, und dazu gehört eben auch eine übergreifende Planung und Prüfung solcher Vorhaben. Der Bürgermeister legt dem Rat einen Entwurf auf den Tisch und erwartet, dass wir ihn durchwinken? Das ist das Gegenteil unseres Verständnis von guter Politik. Wir „bekennen“ uns dazu, gewissenhaft unsere Arbeit zu machen. Nur dafür sind wir gewählt worden. Also haben wir im Ausschuss Prüfaufträge an die Stadt formuliert, die Auswirkungen auf den Standort Innenstadt zu prüfen, Alternativstandorte zu identifizieren und abzuwägen, sowie den Gestaltungsbeirat einzuschalten – denn für Edeka, Bruno Kleine und die geplante Sporthalle galt ganz genau das selbe Verfahren – das hat sich bewährt, also warum sollten wir davon abweichen?

Noch ein Wort zum Kino: Ich finde überraschend, dass der Kontakt der Stadt zum potentiellen Betreiber des Kinos schon seit 2011 besteht. Wusstest du davon?

Niko Gernitz: Nein, die Firma K-Motion habe ich erst durch die Pressemeldungen vor einigen Wochen kennengelernt. Bürgermeister Borgmann hat allerdings in den letzten Jahren immer mal von seiner Kino-Idee gesprochen, tatsächlich aber keinerlei Fakten präsentiert – für die Presse war das damals aber immer schon genug, daraus Schlagzeilen zu machen. Da er aber mit den Plänen nicht öffentlich wurde, ist es uns schon schwer gefallen Borgmann in der Frage noch ernst zu nehmen. Aber wie man sieht – wenn es zur Wiederwahl geht, dann werden auf einmal die Pläne aus der Schublade geholt. Insoweit war ich nicht überrascht.

Was hältst du von der Betreiberfirma selbst?

Niko Gernitz: K-Motion präsentierte ein wirklich überzeugendes Konzept. Bei der Größe des Kinos mit fünf Sälen bin ich mir persönlich nicht sicher, ob das nicht zuviel ist, aber die Betreiber, Herr Kemme und Herr Gläser wissen wovon sie sprechen, haben viel Erfahrung in Klein- & Mittelstädten und sind kommerziell erfolgreich, wie es scheint. Das kann wirklich gut passen – für ein Kino in Lüdinghausen.

Das Interview wurde aufgezeichnet von Klaus Böttger.

Bild: Architekten Seiler-Rüdiger / Stadt Lüdinghausen | Alle Rechte vorbehalten |

Über NetzWerkStadt

Hier schreibt die Redaktion des Netzwerk-LH. Dieses ist ein gemeinsames Profil unserer Redakteure, genutzt für Beiträge, die wir von Quellen übernehmen, die nicht auf dem Netzwerk Mitglied sind, oder für Beiträge anderer allgemeiner Art.

2 thoughts on “Das kann wirklich gut passen – Niko Gernitz ist für ein Kino in Lüdinghausen

  1. Hallo liebe SPD,
    wieso lehnt ihr so einen Vorschlag nur des Designs wegen ab? Lächerlich.
    Bruno Kleine ist auch nen Klinkerbau, genauso wie der Edeka. Und was ist bitte gegen einen weiteren Supermark einzuwenden? Ist doch toll, wenn man ne große Auswahl hat.
    Ich setzte mich schon lange für ein Kino in LH ein. Auch die aktulle Jugendumfrage von Herrn Bücker und mir zeigt, dass ein Kino der GROßE Wunsch der Lüdinghauser Jugendlichen ist. Wenn Herr Borgmann bereits seit 2011 ein Konzept in der Tasche hatte, dann hat er mich in früheren Gesprächen amgelogen. Da hieß es immer so was lohnt für LH nicht und es wird viel zu schwer einen passenden Investor zu finden.
    Der Politik kann man leider sowieso keinen Glauben schenken. Vor den Wahlen wird immer viel versprochen, aber keiner hält sich hinterher daran.

    Mit freundlichen Grüßen

    Björn Schnieder

    1. Eines sei richtig gestellt: Keine politische Partei in Lüdinghausen ist gegen ein Kino
      Ich bin der Meinung: Ein Kino gehört nach Lüdinghausen und das langfristig, optisch modern und passend zum Ort! Dieser Meinung sind auch SPD, Grüne und UWG. Sie sind nicht gegen das Kino, sondern nur dagegen, das Grundstück zu günstig zu verkaufen, weil wir das Geld zB für ein neues Hallenbad brauchen. Weil ein Kino nicht so viel Miete zahlen kann, braucht es eine Quersubventionierung. Gibt es für die Kombination mit dem Kino vielleicht noch bessere Ideen, als ein REWE, der direkt neben Edeka und Aldi entsteht? Wir haben ein Verfahren eingeleitet, damit das Projekt vor Ort noch besser zu Lüdinghausen passt und nicht der Investor entscheidet, was aus dem Grundstück wird. Dann haben wir lange etwas davon, vielleicht sogar noch mehr für die Jugend mit modernen Geschäften und Gastronomie. Das Verfahren ist nun auch für die Bürgern offen und damit auch für euch! Was stellt ihr euch vor?

Kommentar verfassen