Aus der Fraktion: Antrag Wohnungslosigkeit/Obdachlosigkeit in Lüdinghausen

Die SPD-Fraktion beantragt im nächsten Ausschuss für Soziales und Familienförderung einen Tagesordnungspunkt zum Thema Wohnungslosigkeit/Obdachlosigkeit in Lüdinghausen zu behandeln.

Darin wird dargestellt,

  1. inwiefern sich die Zahl der Wohnungslosen in Lüdinghausen /verändert zuletzt entwickelt hat.
  2. welche Unterbringungsmöglichkeiten bestehen: Kollidiert diese mit der Flüchtlingsunterbringung und wie stark ist deren Auslastung?
  3. inwiefern es besondere Angebote im Stadtgebiet gibt, die vor allem an sehr kalten Tagen Schutz für die Bedürftigen bieten.
  4. inwiefern/ob überhaupt Leistungsauszahlungen (z.B. nach SGB II) erfolgen, falls kein Girokonto oder eine Wohnadresse vorliegt.
  5. welche Angebote oder Maßnahmen es in Lüdinghausen gibt, um Menschen aus der Wohnungslosigkeit und den einhergehenden schwierigen Lebensverhältnissen zu helfen?

Begründung:

In den Medien wird derzeit die zunehmende Zahl an Wohnungslosen thematisiert. Die Menschen, die sich wirklich in der prekärsten Situation allen gesellschaftlichen Lebens befinden, stehen viel zu selten im Mittelpunkt politischer Arbeit. Dabei sind sie der sichtliche Beweis von Armut und systemischer Überforderung in unserem Land. Gerade an sehr kalten Tagen ist häufig von prekären Situationen die Rede, wenn es um den Zustand obdachloser und wohnungsloser Menschen geht, die nicht selten auch im Lüdinghauser Stadtgebiet mit sichtbaren Bitten nach Decken und warmen Lebensmitteln (z.B. vor Supermärkten) einhergehen. Dahingehend wäre es wissenswert, inwiefern Unterbringungsmöglichkeiten bestehen und wie stark deren Auslastung ist. Außerdem ist auch die Zahl der Fälle und der Bedarf an Einrichtungen von Interesse, um abzuschätzen, ob hier in ferner Zukunft Investitionen notwendig sind oder sogar der Bestand abgebaut werden kann, der dann z.B. in anderweitigem Wohnraum umgewandelt würde.
Zudem sind nun Banken dazu verpflichtet, jeder Bürgerin / jedem Bürger ein Girokonto anzubieten. Viele Obdachlose sind aber aufgrund ihrer insgesamt angespannten Lebenslage dennoch nicht in der Lage, ein solches zu eröffnen, obwohl sie auf die Überweisung von Sozialhilfen angewiesen sind. Gibt es hier von Seiten der Stadt Lüdinghausen andere Versorgungswege und wie verhält es sich mit dem in den Medien titulierten „Hartz IV an der Supermarktkasse“ als eine Möglichkeit? Zudem werden für Wohnungslose Adressen benötigt, damit diese Leistungen (z.B. nach SGB
II) beziehen können. Welche Möglichkeiten stehen dazu in Lüdinghausen bereit? Darüber hinaus stellt sich die SPD Lüdinghausen die Frage, inwiefern es (auch ehrenamtliche) Angebote und Maßnahmen für Obdachlose gibt, die nicht nur die Auszahlung von Geldern ermöglichen, sondern auch ein dauerhaft ein geregeltes Leben in einer Wohnung ermöglichen.

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.