Aus der Fraktion: Antrag Plastikarmes Lüdinghausen

Man hört es in allen Medien: Gigantische Müllstrudel in den Weltmeeren, Plastik in den Mägen von Tieren, verschmutze Strände.

Um auf die Problematik mit Plastikmüll hinzuweisen, hat die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lüdinghausen folgenden Antrag am 30. Oktober 2018 an den Ausschuss für Bau, Verkehr, Bauernschaften und Umwelt gestellt.

Beschlussvorschlag:

Im Zuge einer Nachhaltigkeitsstrategie, auch unter Berücksichtigung der Kostenfrage, wird die Stadt Lüdinghausen mit all ihren Liegenschaften zum nächstmöglichen Zeitpunkt
a) auf vermeidbare Kunststoffprodukte nach Möglichkeit verzichten und durch plastikfreie Alternativen (sofern vorhanden) ersetzen;
b) bei Neuanschaffungen möglichst die plastikfreie Alternative (sofern vorhanden) erwerben;
c) auf Kunststoffprodukte, die für den einmaligen Gebrauch bestimmt sind, nach Möglichkeit verzichten und
d) bei stadteigenen Veranstaltungen auf Plastikprodukte -insbesondere Einwegprodukte- verzichten.

Die Stadt Lüdinghausen entwickelt, möglichst in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren (z.B. Lüdinghausen Marketing, Schulen, Biologisches Zentrum, BUND), Strategien zur Vermeidung und Minimierung von Plastik im Stadtgebiet und informiert Gewerbebetriebe, Vereine, Privathaushalte und ggf. weitere Zielgruppen im Stadtgebiet über die für Natur, Umwelt und Mensch schädlichen Folgen von Plastik und Plastikmüll.

Die Stadt Lüdinghausen unterstützt Bestrebungen der EU-Kommission, der Bundes- und Landesregierung zur Vermeidung von Plastikmüll für eine nachhaltige und ökologische Umsetzung entsprechender Nachhaltigkeitsziele und wird den Stadtrat bzw. den Fachausschuss über entsprechende Aktivitäten informieren.

Begründung:

• Mit 12,6 Millionen Tonnen verbraucht in Europa kein anderes Land so viel Plastik wie Deutschland – Tendenz steigend! *
• 3,6 Milliarden Plastiktüten werden in Deutschland jährlich verbraucht – mit einer Gebrauchsdauer von gerade einmal 25 Minuten! *
• Die Kunststoffabfallmenge hat sich in Deutschland im Zeitraum von 1994 bis 2015 auf ca. 5,92 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppelt! *
• Über sechs Millionen Tonnen Müll – das meiste davon Plastik – landet jedes Jahr im Meer! *

Diese und weitere -hier nicht genannte- Fakten, verdeutlichen die Dimension des Plastikproblems.
Auch wenn der Rat der Stadt Lüdinghausen das Plastikproblem nicht alleine lösen kann, haben wir alle doch die Verantwortung einen Beitrag zu leisten den Verbrauch von unnötigem Plastik auf ein Mindestmaß zu reduzieren.„Global denken, lokal handeln“ hat Willy Brandt in seinem Vorwort zum Bericht der Nord-Süd-Kommission bereits 1980 geschrieben. Dieser Maxime fühlt sich die SPD-Fraktion heute mehr denn je verpflichtet.

 

*Quelle: https://www.bund.net/chemie/achtung-plastik/plastikfasten/