Burg Lüdinghausen zur blauen Stunde

Aus dem Rat – Leistungssporthalle, Radweg Ostenstever & das ewige Hallenbad

Lüdinghausen – Aus der letzten Ratssitzung vor der „Sommerpause“ haben wir zu drei großen Themen noch etwas zu berichten: Leistungssporthalle, Radweg an der Ostenstever und das „ewige“ Hallenbad sind nur drei der Themen aus der Sitzung. Drei Themen, welche die Lüdinghauser und auch die SPD schon lange beschäftigen…

Der Fahrplan für die Leistungssporthalle steht

In der vergangenen Ratssitzung wurde die Projektleitung für die Leistungssporthalle in Lüdinghausen vergeben. Auf Nachfrage der SPD-Fraktion bestätigte der Beigeordnete Matthias Kortendieck einen zügigen Fahrplan. Bereits im Frühherbst soll mit den Rodungen auf dem Grundstück begonnen werden. Der erste Spatenstich soll auch noch in diesem Jahr erfolgen.

Eine Projektleitung für ein so großes Bauvorhaben zu vergeben ist sinnvoll. Der/Die Projektleiter/in hält dabei Kosten und Bauzeit im Auge. Der Lüdinghauser Stadtrat beschloss schon früher in diesem Jahr mehrheitlich eine Deckelung der Bausumme auf ca. 8,65 Mio. Euro. Da das Land Nordrhein-Westfalen besonderes Landesinteresse für einen Leistungsstützpunkt Badminton und Volleyball bescheinigte, fördert es das Projekt mit 3,19 Mio. Euro.

Die Leistungssporthalle stellt neben dem Spitzensport, auch den Schul- und Breitensport in Lüdinghausen sicher. Eine Teilnutzung erfolgt u.a. für den Schulunterricht der naheliegenden Schulen.

Die SPD-Fraktion begrüßt den Bau der Leistungssporthalle und zeigte in der Vergangenheit immer wieder auf, wie viel Unterstützung Lüdinghausen von der rot-grünen Landesregierung für solche Leuchtturmprojekte erhält.

Radweg Ostenstever – unnötig und wird dennoch gebaut

Der Radweg entlang der Ostenstever wird gebaut. Trotz der Gegenstimmen aus den Fraktionen von SPD und Bündnisgrünen sowie den kritischen Anmerkungen des Fischereivereins, die allesamt versuchten aufzuzeigen, dass dieser Radweg nicht notwendig ist, da es bestehende Wege durch den Tüllinghof gebe. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hält diesen Radweg nicht für notwendig.

Darüber hinaus ist zu bedenken, dass wieder neue Wege geschaffen werden, die auch gepflegt und gewartet werden müssen. Schon heute kann es sich die Stadt Lüdinghausen nur selten leisten die bestehenden Wege zu sanieren oder im Stadtbereich auszuleuchten. „Die Steverseitenwege erinnern häufig an eine Huckelpiste“, wurde schon im Bürgermeisterwahlkampf festgestellt.

Auch die Zuwegung zu dem neuen Radweg ist vakant. Die Strecke beginnt an der Rialto-Brücke im Stevertal. Diese ist so steil, dass sie nicht für jeden problemlos überquerbar ist. Dabei gilt diese Brücke auch als Tor in die Innenstadt. Die SPD beantragte daher, die Kosten für den Bau des Radwegs Ostenstever in eine Ausbesserung der Rialtobrücke umzuleiten. Diese logische Kosequenz wurde letztlich mit den Stimmen von CDU und FDP im Bauausschuss überstimmt. Die SPD konnte aber einen Teilerfolg erzielen, als dass mittelfristig Finanzmittel für die Rialtobrücke in den Haushalt eingestellt wurden.

Hallenbad – Dem Schreckgespenst für Lüdinghausen ein Ende bereiten

Trotz aller Vorwarnungen beschlossen CDU und FDP im vergangen Jahrzehnt eine Sanierung des Lüdinghauser Hallenbades mit einer Public-Private-Partnership. Ein Deal, der sich nun viele Jahre später rächt. Im Prinzip frisch saniert, stellt sich das Hallenbad heute als nicht mehr langfristig betriebsbereit dar. Die Lasten und Kosten liegen derzeit bei der Stadt Lüdinghausen, die noch für viele Jahre die Kreditverpflichtungen für den letzten Umbau Schultern muss.

In der Zwischenzeit war das Bad immer wieder geschlossen. Schul- und Vereinsschwimmen fielen aus. Bis heute sei, laut Schulen und Vereinen, festzustellen, dass diese Jahre ohne Schwimmbad in Lüdinghausen eine merkliche Verschlechterung der Schwimmfähigkeiten der Kinder und Jugendlichen ausmachen.

Im Lüdinghauser Stadtrat besteht daher der Konsens, sich über ein neues Hallenbad Gedanken zu machen. Dazu kann man unterschiedliche Meinungen haben.

Das bestehende Bad enthält Sauna und Fitnessbereich. Zwar sind diese Zweige, laut Betreiber, durchaus rentabel, andererseits muss sich die Stadt aufgrund der angespannten Finanzlage die Frage erlauben, ob sie tatsächlich Steuermittel für Sauna und Fitnessstudio bereitstellen sollte. Ganz allgemein wartet die Politik bis heute auf eine klare Antwort von Bürgermeister Borgmann, wie ein neues oder saniertes Hallenbad finanziert werden soll. Schließlich sind für die Bestandsanlage noch Kredite zu tilgen.

Auch Regionale, Leistungssporthalle, Schulsporthallen und das neue Schulzentrum sind kostenintensiv. Dennoch sollten die Projekte nicht gegeneinander ausgespielt werden, da Lüdinghausen ohnehin Schulschwimmen sichern müsse. Langfristig ist auch der Bustransport der Schüler/innen zu einem Hallenbad in einer anderen Gemeinde, für das man ebenfalls zu zahlen hat, nicht günstig und organisatorisch anstrengend.

Gemeinsam stellte die SPD mit UWG und Bündnisgrünen daher schon im August 2015 den Antrag, einen Neubau als Funktionsschwimmbad für Schul- und Vereinsschwimmen auf die Agenda zu setzen. Entscheiden konnten sich CDU und FDP damals noch nicht, da sie eine Sanierung des desolaten Bestands nicht ausschließen mochten.

Die SPD hält es für äußerst fragwürdig, auf dem maroden Fundament erneut den gleichen Fehler einer Sanierung zu begehen. Zudem müsste das Bad zu Lasten des Schul- und Vereinsschwimmens für die Bauzeit wieder schließen. Während der Bauzeit eines neuen Bades hingegen, könnte das Bestandsbad zur Sicherung dieser wichtigen Nutzung noch weiter betrieben werden.

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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