Aus dem Bauausschuss – Glyphosat, Fahrradstadt & Friedhof Seppenrade

Lüdinghausen – Die Mehrheit im Bau- und Umweltausschuss der Stadt Lüdinghausen hat sich für einen Verzicht des künftigen Einsatzes des Pflanzenschutzmittels Glyphosat und ggf. anderer Totalherbizide beschlossen.

Glyphosat-Einsatz gestoppt

Eine Mehrheit im Ausschuß, bestehend aus der Fraktion der SPD, den Grünen und der UWG, sowie eines Ratsherren der CDU, bekannte sich damit zu den Ergebnissen der Weltgesundheitsbehörde, dass Glyphosat krebserregend sei. Nachdem auch die Stadt Lüdinghausen dieses Unkrautgift auf Hinweis der Ausschussmitglieder in der Nähe eines  Kindergartens benutzten, wurde Handlungsbedarf festgestellt. Bei sieben von zehn städtischen Bewohnern ließe sich dieses Pflanzenschutzmittel inzwischen im Urin nachweisen. Das Gift wirke zudem tödlich für Bienen, die allerdings für die Landwirtschaft sehr wichtig sind.

Vor allem Vertreter der CDU, FDP und der Verwaltung verwiesen auf den erfolgreichen Einsatz von Glyphosat gegen den japanischen Staudenknöterich, der als Unkraut ansonsten schwerer zu vernichten sei. Die SPD begrüßt aber die Abwägung der Ausschussmitglieder für die Gesundheit von Mensch und Tier.

Die Stadt Lüdinghausen darf das Mittel Glyphosat und ggf. andere Totalherbizide in Zukunft nicht mehr einsetzen und geht damit beispielhaft voran. Für den gewöhnlichen Bürger ist der Einsatz bereits heute eingeschränkt. Eine Vielzahl von weiteren Pflanzenschutzmitteln sind weiterhin fachgerecht anwendbar.

Die SPD Fraktion betont, dass sie damit nicht gegen die ordentliche Arbeit des Bauhofs sprechen möchte, sondern andere Aspekte, wie Gesundheit und Artenvielfalt, in den Vordergrund stellt.

Fahrradstadt Lüdinghausen

Lüdinghausen soll bald auch offiziell zu den fußgänger- und fahrradfreundlichen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalens zählen. Die SPD Fraktion stimmte im Bauausschuss für die Abgabe des Antrags zur Mitgliedschaft in der entsprechenden Arbeitsgemeinschaft im Land NRW.

Nachdem sogar Ruhrgebietsstädte wie Dortmund diesen Schritt wagten, kann auch Lüdinghausen den Weg gehen und dazu beitragen, dass wir noch mehr für unsere Fuß- und Radwege tun.

Die Initiative geht auf einen Antrag der SPD Fraktion aus dem Jahr 2011 zurück. Seither ist schon viel passiert. Gerade außerorts konnte mit kleinen Maßnahmen der Radverkehr unterstützt werden. So wurden beispielsweise Geländer entzerrt, um eine bessere Befahrbarkeit zu gewährleisten.

Bereits heute ist Lüdinghausen sehr fahrradfreundlich ausgestattet. Die SPD Fraktion freut sich aber weiterhin über Anregungen aus der Bevölkerung, die diesen Status Quo noch verbessern können.

Friedhof Seppenrade

Der Bauausschuss lässt die Verwaltung nun prüfen, wie die Wege auf dem Seppenrader Friedhof verbessert werden können und die Nutzung der Trauerhalle privatisiert werden kann.

Dabei ist die Ausbesserung der Wege sehr wichtig. Da man auf den Einsatz von Baggern auf dem Friedhof setzt, geben die wassergebundenden Wegedecken nach. Viele Menschen erreichen nach starken Regenfällen gewisse Bereiche des Friedhofs nicht mehr. Der Ausschuss beauftragte damit die Verwaltung verschiedene Optionen vorzustellen, die eine Verbesserung der Lage erreichen können. Zugleich steht für die SPD fest, dass ein Ausbau auch einen gewissen Kosten-Nutzen-Rahmen widerspiegeln muss.

Schließlich nutzt es den Menschen nicht, wenn eine teure Wegedecke, die Gebühren eine Beerdigung der Angehörigen unbezahlbar macht. Eine Pflasterung oder Asphaltierung der Wege wird schließlich auf die Friedhofsgebühren umgelegt. Um diese Zahlen abschätzen zu können, bat die SPD um weitere Informationen, die mit den Ausbauvarianten vorgestellt werden sollen.

Bei der Privatisierung der Trauerhalle ist die Vorstellung der Optionen durch die Verwaltung abzuwarten.  Die SPD mochte bei der Ausschussdebatte der Privatisierung keinen Blankoschein ausstellen, sondern die Vorstellungsergebnisse abwarten. Die Vorteile müssen erkennbar sein.

Bild: Klaus Böttger | SPD Lüdinghausen | Lizenz: CC BY 4.0 |

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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