Aus dem Bauausschuss: Der neue Marktplatz – Barrierefrei und bezahlbar

Lüdinghausen – Gestern abend wurden dem Bauausschuss des Rates der Stadt Lüdinghausen die genauen Planungen für den neuen Marktplatz vorgestellt. Das Grundkonzept sieht zwei Baumreihen aus Platanen vor, der einen rechteckigen Platz, etwa für Markttage, bildet.

Der Marktbrunnen wird in Richtung Langenbrück-Straße verschoben und schafft mit einer bestehenden Linde und der Ansiedlung von Gastronomie einen gemütlichen Charakter mit hoher Aufenthaltsqualität. Auch das Beleuchtungskonzept, welches Alt und Neu verbinden soll, hat die SPD-Fraktion überzeugt.

Der Marktplatz ist die gute Stube unserer Stadt. Deshalb möchten wir hier in ein langfristiges Projekt investieren, welches nicht nur Veranstaltungen und Wochenmärkten gerecht wird. Die vorgestellten Planungen gehen hier einen guten Weg.

Einstimmig begrüßte die SPD-Fraktion diesen Schritt.

Dennoch gilt es im weiteren Verfahren noch Problemfelder abzustecken. Denn eine Innenstadt lebt nicht nur von Autoverkehr und Parkplätzen, sondern es muss tatsächlich attraktiv sein, mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren. Mehr Fahrradständer würden das unterstützten und zusätzlich das Geschehen auf dem Markt ordnen.

Die SPD hält die geplante Eckstufe, die vor der Sparkasse und dem Drogeriemarkt als gestalterisches Element entstehen soll, für nicht wünschenswert. Für die räumliche Betrachtung ist dieses Element zwar durchaus vorteilhaft und auch als Sitzgelegenheit nutzbar, dennoch ist es eine Stolperfalle, da gerade dieser Bereich auf dem Marktplatz sehr stark frequentiert wird.

Der Marktplatz muss keine „Gummi-Zelle“ sein, aber er muss sich dennoch den Ansprüchen der eingeschränkten Bevölkerungsteile anpassen.

Die derzeitigen Planungen bedeuten für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer Umwege und für Jung & Alt eine Sturzgefahr, gerade und besonders dann, wenn die Innenstadt gut besucht wird, was unser gemeinsames Ziel sein sollte.

Der Verzicht einer Stufenanlage würde darüber hinaus ein weiteres Einsparpotential bedeuten. Mit rund 866,000 Euro ist die vorgestellte Baukostensumme für die Planung deutlich höher als veranschlagt!

Diese Einsparpotentiale nannte die SPD-Fraktion in der Bauausschusssitzung:

Unter anderem der Verzicht auf einen neuen Drei-Burgen-Brunnen, der für 70,000 Euro (brutto) veranschlagt wurde. Dieser muss in der Form nicht entstehen und würde den Zugang zur kleinen Münsterstraße räumlich verbauen.

Zudem setzen die Planer wieder an vielen Stellen auf kleinteiliges Natursteinpflaster, wie es bereits jetzt vorhanden ist. Dieses soll durch eine besondere Bearbeitung zwar barrierefrei sein, schafft aber zwei neue Probleme:

Zum einen stammt es aus China. Trotz Zertifizierung sind die Arbeitsbedingungen häufig sehr schlecht und Zertifizierungssysteme sind allgemein undurchsichtig.

Vor allem aber ist der Preis besonders hoch. Größere Pflaster anderer Art sind weitaus günstiger und, vor allem, brechen sie auch seltener.

Hier müssen wir langfristig und den Gegebenheiten entsprechend entscheiden!

Die Mehrausgaben für den Marktplatz wünschen Planer und Verwaltung an anderer Stelle wieder einzusparen. Wie dies genau möglich sein soll, blieb teilweise fraglich. Genannt wurden Sparmaßnahmen bei der Erneuerung der umliegenden Straßen, die sich ebenfalls nach einer Ausbesserung sehnen.

Wir meinen: Es gibt Sparpotentiale, die für den Bürger kaum merkbar sind, und diese sollte man identifizieren und vorranging nutzen.

Langfristigkeit in Bau-praktischer und finanzieller Hinsicht sind von der SPD-Fraktion noch einmal unterstrichen worden.

Unser Marktplatz nimmt langsam Gestalt an und das verdanken wir auch den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich intensiv am langen Planungsprozess beteiligt haben und nach vielen Jahren des Wartens auch endlich ein zukunftsfähiges Konzept verdienen!


LINK: Die vorgestellten Planungsunterlagen im Ratsinformationssystem


Niko Gernitz ist Vorsitzender des Ortsvereins und Stadtverordneter der SPD. Er ist für die SPD-Fraktion Mitglied im Ausschuss für Bau, Verkehr, Bauerschaften und Umwelt des Rates der Stadt Lüdinghausen.

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.