Aus dem Bauausschuss: Das Demokratische Marktplatz-Desaster

Lüdinghausen – Die SPD hat sich, „stets bemüht“. Wir haben dem Stadtrat ein Konzept für den Marktplatz vorgelegt, welches ohne Stufe, ohne teures Pflaster und ohne zweiten Brunnen auskommen sollte. Dabei haben wir einen Ansatz gefunden, der zum einen die heftige Budgetüberschreitung von 260,000 Euro anging und eben auch die durchgängige Barrierefreiheit des neuen Marktplatzes sicherstellen sollte.

Vergebens…!

Nachdem CDU und FDP Stufe und Extra-Brunnen ohne Gegenfinanzierung durchgewunken hatten, verständigte man sich, durchaus überraschend, doch noch parteiübergreifend darauf wenigstens Einsparpotentiale bei der Pflasterung im Bauausschuss zu prüfen.

Nur sollte sich dann in der Ausschusssitzung gleich das nächste demokratische Desaster anbahnen…

Denn die Verwaltung hielt es zunächst einmal für unnötig, in die Vorlage farbechte Muster und vor allem die Quadratmeterpreise für die Pflasterung nach ihrer Spezifikation zu schreiben. Für uns war eine seriöse Vorbereitung auf die Sitzung so kaum möglich.

Dass die Politiker, die über die Verwendung des Steuergeldes aller Lüdinghauserinnen und Lüdinghauser zu entscheiden haben, auch im Ausschuss zunächst keine Preise genannt bekommen sollten, war Grund für erhebliche Verärgerung aller Fraktionen. Doch auch langwieriges Nachfragen, half letztlich zu keiner klaren Aufstellung.

Nur „halb“ informiert stellten sich SPD und Grüne dann auf die sichere Seite: 56,000 Euro Einsparpotential beim Pflaster waren drin! Doch CDU, FDP und UWG entzauberten die Hoffnung schnell, dass in Lüdinghausen wieder mit finanzpolitischer Verantwortung agiert wird. Gepflastert wird, ohne Kompromisse. Koste es was es wolle.

So bleibt nun ein Loch von 260,000 Euro das entweder beim Steuerzahler hängen bleibt oder mit ungewissem Ausgang bei der Regionale eingespart werden soll. Bei den jüngsten Erfahrungen haben wir daran mehr als begründete Zweifel!

Borgmanns Großprojekte kommen ins Schlingern. Wir sehen unsere Aufgabe nun vor allem darin, daran zu arbeiten, dass nach der (vorersten) Kino-Absage, nicht auch noch die Regionale auf der Strecke bleibt.


Niko Gernitz ist Vorsitzender des Ortsvereins und Stadtverordneter der SPD. Er ist für die SPD-Fraktion Mitglied im Ausschuss für Bau, Verkehr, Bauerschaften und Umwelt des Rates der Stadt Lüdinghausen.

Über Niko Gernitz

Niko Gernitz ist Vorsitzender der SPD und Stadtverordneter in Lüdinghausen. Er ist Mitglied des Unterbezirksausschusses der SPD im Kreis Coesfeld.

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